Auf dem Weingut Antony in Nierstein (Kreis Mainz-Bingen) werden Weinpakete gepackt. Mit dem Erlös werden von der Flutkatastrophe betroffene Winzer an der Ahr unterstützt. (Foto: SWR, S. Steinbrecher)

Winzer helfen weiter

Endspurt der Niersteiner Fluthilfe "Solidahrität"

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Das Niersteiner Weingut St. Antony packt die letzten Kisten für die Aktion "Solidahrität" vor der Lese. Aber auch danach soll Hilfe an die Ahr aus Rheinhessen kommen.

Im Niersteiner Weingut St. Anony im Kreis Mainz-Bingen werden immer noch Kisten gepackt. Dort hatten sie die Idee für die Hilfsaktion "Solidahrität" für die von der Flutkatastrophe betroffenen Winzer an der Ahr. Winzerin Lisa Kechel vom Weingut St. Antony hatte Winzer aufgefordert, ihre Weine zu spenden. Aus der ganzen Welt kamen Weinflaschen nach Nierstein - zum Beispiel von Weingütern aus Franken, Baden, dem Rheingau, aus Tirol, Spanien, Griechenland und Südafrika.

Zusammen mit Freunden und Helfern sortieren sie im Weingut in Nierstein seitdem die Flaschen und stellen Pakete mit sechs Weinen von verschiedenen Winzern zusammen. 20.000 Weinpakete wurden bestellt und müssen gepackt werden. Insgesamt haben sie so etwa 1,3 Millionen Euro für die Winzer an der Ahr gesammelt.

Zeit drängt vor der Hauptweinlese

Aber jetzt vor der Hauptweinlese wird es eng. "Das Umverpacken der Weinflaschen wird mindestens noch drei Wochen dauern", schätzt Lisa Kechel vom Weingut St. Anony. Ende September beginne bei ihnen die Lese, dann sei keine Zeit mehr für die Weinkisten. Sie hoffe, dass bis zum Start der Lese alle Weinkisten verpackt und verschickt sind.

Hilfe für die Winzer an der Ahr auch während der Lese

Die Solidarität unter den Winzern ist groß. Junge Winzerinnen und Winzer aus Rheinhessen hatten direkt nach der Flutkatastrophe den Kollegen im Ahrtal geholfen. Laut dem Vorsitzenden der rheinhessischen Landjugend, Johannes Zimmermann, hatten sie zum Beispiel beim Laubschnitt mitgearbeitet. Wie sie bei der Hauptweinlese ab Mitte September mit anpacken können, das werde noch geplant, so Zimmermann.

Große Schäden nach der Flutkatastrophe in den Weingütern an der Ahr

Den Winzern an der Ahr fehlten in diesem Herbst Räume, in denen sie ihren Wein herstellen und lagern können, so der Vorsitzende des Vereins Ahrwein, Peter Kriechel. Häuser, Keller und Geräte habe die Flut weggerissen. Daher bräuchten die Winzer im Ahrtal dringend Hilfe während der Weinlese. Winzer von der Mosel hätten schon angeboten, in ihren Betrieben die Trauben aus dem Ahrtal zu lagern.

Winzer hoffen auf Sonne

Laut des Bauern- und Winzerverbandes startet die Hautweinlese wahrscheinlich in der zweiten Septemberwoche. Der genaue Start hänge vom Wetter ab. Dann könnten frühe Sorten wie Müller-Thurgau oder Portugieser reif sein. Bis dahin bräuchten die Trauben aber durchaus noch ein paar Sonnenstunden, so der Winzerverband.

Das nasse Wetter hat den Winzerinnen und Winzern in diesem Jahr sehr zu schaffen gemacht. Durch den Regen gab es in einigen Weinbergen starken Pilzbefall. Das werde zu Ernteausfällen führen, heißt es vom Bauern- und Winzerverband. Bei der Qualität sind die Winzer aber zuversichtlich: sie rechnen mit einem guten Jahrgang 2021.

Nierstein

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