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Bilder einer Brückengeschichte Seit 135 Jahren zwischen Mainz und Kastel

Die Theodor-Heuss-Brücke (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/dpa)
Seit 1885 verbindet eine 506 Meter lange Brücke die Mainzer Innenstadt mit Kastel. Die Errichtung der Rheinbrücke - so hieß sie zunächst einfach - kostete 3,6 Millionen Goldmark. picture alliance/dpa
Zur Finanzierung der Brücke mussten alle Passanten ein Brückengeld zahlen: vier Pfennig jeder Fußgänger, fünf Pfennig jeder Fahrgast der Pferdebahn, ein Pfennig für ein Schwein oder eine Ziege. Schnell nahm das Verkehrsaufkommen derart zu, dass die Brücke 1931 bis 1934 um fünf Meter verbreitert wurde.
Ganz ohne Brücke über den Rhein kam man 1929. Bis zu minus 25 Grad und wochenlanger Dauerfrost führten dazu, dass sich eine richtige Eiswüste unter der Stahlkonstruktion der Rheinbrücke ausbreitete. picture alliance / arkivi
1945 sprengten deutsche Pioniere in den letzten Kriegsmonaten die Brücke, ohne damit den Vormarsch der Alliierten aufhalten zu können. picture alliance / AP Images
Nach Kriegsende errichteten die Amerikaner zunächst eine Pontonbrücke und dann ab Herbst 1945 eine Behelfsbrücke in Verlängerung der Kaiserstraße. Sie wurde von den Mainzern "Pätten Brigg" genannt - nach dem Befehlshaber der 3. US Armee, George S. Patton. picture alliance/Leemage
Die Wiedererrichtung der Straßenbrücke erfolgte durch das MAN Werk Gustavsburg von 1948 bis 1950. Am 15. Mai 1950 wurde die Brücke im Beisein des ersten Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland, Theodor Heuss, in Betrieb genommen. Nach ihm wurde sie auch benannt. picture alliance / Elisabeth Vaupel
Von 1991 bis 1995 wurde die Brücke generalsaniert. Besonders die Stahlbögen mussten ausgetauscht und die Fahrbahnplatten erneuert werden. Eingebunden war auch die Denkmalpflege, die bei der Auswahl von Lampen, Geländer und Farbigkeit versuchte, die historische Schönheit des Bauwerks wieder herzustellen. Nach Ende der Arbeiten feierten die Städte Mainz und Wiesbaden die "Wiedervereinigung". picture alliance/dpa
Die Theodor-Heuss-Brücke ist viel befahrener Bestandteil der Bundesstraße 40. Nur selten ist die Brücke frei von Autos, wie zum Beispiel bei einer Demonstration der Gewerkschaft Verdi im Juni 2007. picture-alliance/ dpa
Auch der Sport schafft es zumindest zeitweise, die Brücke für sich zu vereinnahmen. So rollten jahrelang Inline-Skater über die Landesgrenze. Seit 2003 führt auch die Strecke des Gutenberg-Marathons zweimal über die Brücke (nach Kastel und zurück). Der höchste Punkt der Brücken-Fahrbahndecke - 100,25 Metern über Normalnull - ist damit auch höchster Punkt beim Mainzer Marathon. (c) dpa - Bildarchiv
Wenn der Name Theodor-Heuss-Brücke fällt, geht es aber meist um den Verkehr. Nach Angaben der Stadt Wiesbaden wird sie werktags von fast 100.000 Menschen überquert. Etwa 64.000 entfallen auf den Autoverkehr, 28.000 auf den Busverkehr, schätzungsweise 3.500 sind Radfahrer. Diese Belastung bleibt nicht ohne Folgen - und so muss das Bauwerk im Januar 2020 saniert werden. picture alliance / dpa
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