Henriette Crüwell ist Pröpstin für Rheinhessen. (Foto: SWR)

Amtseinführung von Henriette Crüwell

Erstmals Frau an Spitze der Evangelischen Kirche in Rheinhessen

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Zum ersten Mal bekommen die Protestanten in Rheinhessen eine Frau als Oberhaupt. Henriette Crüwell ist heute bei einem Festgottesdienst in Oppenheim ins Amt eingeführt worden.

Aus Propst wird Pröpstin: Klaus-Volker Schütz war 22 Jahre lang Propst für Rheinhessen und Nassauer Land, jetzt geht er in Ruhestand. Damit beginnt die Amtszeit von Pröpstin Henriette Crüwell. Die ehemalige Offenbacher Pfarrerin wurde im November 2021 von der Kirchensynode für sechs Jahre zur Pröpstin gewählt.

"Jede Zeit ist Gottes Zeit."

Die 51-jährige Crüwell steigt mit einem Motto in ihre neue Aufgabe ein. Es lautet: "Jede Zeit ist Gottes Zeit". Es solle den Menschen Zuversicht geben, dass in schwierigen Zeiten Gott immer an ihrer Seite steht. Und gerade die aktuelle Zeit könne kaum sorgenvoller sein: Krieg, Energiekrise, Klimawandel und der stetige Mitgliederschwund in der Kirche.

Die neue Pröpstin für Rheinhessen, Henriette Crüwell und ihr Vorgänger Klaus-Volker Schütz. (Foto: SWR, Schlenk)
Die neue Pröpstin für Rheinhessen, Henriette Crüwell und ihr Vorgänger Klaus-Volker Schütz. Schlenk

Katholiken und Protestanten müssen zusammenhalten

Aber die studierte Juristin und Theologin strotzt nur so vor Motivation und Zuversicht. Sie macht sich zur Aufgabe, alle Menschen in der Propstei davon zu überzeugen, dass sie ihre Zukunft selbst und vor allem gut und ideenreich gestalten könnten. Dass sie dabei auch die Ökumene im Blick habe, verhehlt sie als ehemalige Katholikin nicht. Ihre Vergangenheit helfe ihr, alle Christen zu verstehen. Sie sei religiös zweisprachig, so Crüwell.

Und die Katholiken teilten mit den Protestanten dasselbe Schicksal: den Mitgliederschwund. Leere Kirchen dürfe es nicht geben. Kirchen, da ist Henriette Crüwell überzeugt, sind öffentliche Räume. Sie stünden dort, wo sich die Wege von Menschen kreuzten. Eine Zukunft der Christen könne es nur gemeinsam mit den Katholiken geben.

"Ein Schoppen regelt viel."

Die 51-Jährige hat drei erwachsene Kinder. Gemeinsam mit ihrem Mann baut sie derzeit ein Haus in Ensheim (Kreis Alzey-Worms) um, das sie bald beziehen möchte. Sie bezeichnet sich zwar als Städterin durch und durch, trotzdem reize sie der Umzug aufs Land. Schon jetzt könne sie sagen, dass ihr die rheinhessische Art liege. Ein Schoppen regele viel, resümiert sie ihre ersten Erfahrungen mit den Rheinhessen.

Mainz wird nicht Predigtort sein

Und auch aus diesem Grund hat Crüwell schon entscheiden, dass ihr Predigtort nicht wie bei den bisherigen Pröpsten Mainz sein werde. Das ist ihr Dienstsitz, da sei sie schon präsent genug, findet die Theologin. Ein großer Teil der Protestanten, für die sie zuständig sei, lebe aber auf dem Land. Und deshalb wünscht sie sich auch einen Predigtort, der dort liege. Ingelheim oder Oppenheim könne sie sich vorstellen, entscheiden wird darüber die Kirchenleitung. Wann das sein wird, konnte Henriette Crüwell nicht sagen.

Der Festgottesdienst am Nachmittag in der Katharinenkirche Oppenheim wurde geleitet von der stellvertretenden Präsidentin der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Ulrike Scherf. Sie hat nicht nur Crüwell offiziell ins Amt eingeführt, sondern auch den bisherigen Propst Klaus-Volker Schütz verabschieden.

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