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Bei Bingen haben Spaziergänger vor Wochen eine tote trächtige Füchsin gefunden. Glück im Unglück: Zwei ihrer Welpen überlebten und werden seitdem erfolgreich von einer Tierschützerin aufgepäppelt.

Die beiden Welpen sind seit etwa drei Wochen bei Nadine Müller aus Waldalgesheim (Kreis Mainz-Bingen). Ganz verliebt sei sie in die "rosa Näschen und ganz winzigen Pfötchen", erzählt die Pflegemama. Sie freut sich, dass es den beiden Tieren so gut geht: "Die fühlen sich hier wohl!"

Dass die Geschichte so gut ausgeht, war Anfangs völlig ungewiss. Als die beiden Füchse bei ihrer toten Mutter gefunden wurden und bei der Tierschützerin unterkamen, war noch nicht klar, ob sie überleben. "Die Welpen waren extrem ausgekühlt und haben natürlich auch so gut wie nichts getrunken," erzählt Nadine Müller über die Anfangszeit. Da sei an Schlaf nicht zu denken gewesen: "Da habe ich eigentlich stündlich denen tropfenweise Milch eingeflößt."

Tierschützerin Isabelle Müller schaut in eine Transportbox, in der die Fuchsbabys untergebracht sind. (Foto: SWR, Sibylle Jakobi)
Tierschützerin Isabelle Müller aus Waldalgesheim hat schon häufig Wildtiere großgezogen. Sibylle Jakobi

Fuchswelpen sind über den Berg

Aber Nadine Müller gelang es, die Welpen aufzupäppeln. Auch das Trinken klappte nach und nach besser. Seit wenigen Tagen hätten die kleinen Füchse die Augen geöffnet, auch die Zähne seien fast ausgebildet. In ein paar Tagen sollen die Welpen an feste Nahrung gewöhnt werden. Langsam wird sich dann auch das graue Fell in das typische Fuchsrot verwandeln.

Noch seien die Welpen sehr wackelig auf den Beinen, erzählt die Tierschützerin. "Wenn sie dann jetzt ein bisschen stabiler werden, dann gehen sie in den Welpenauslauf rein, dass sie dort mal ein bisschen erkunden können." Dass sie zusammen aufwachsen, mache es einfacher, dass sie später selbständig ihren Weg finden.

Füchsin vermutlich von Hund gerissen

Ihre Mutter und Geschwister hatten weniger Glück. Tierschützer vermuten, dass die Füchsin in Bingen von einem Hund gerissen wurde. "Sowas ärgert mich maßlos," sagt Nadine Müller. "Sicher, die Leute wollen alle raus und jetzt gerade zu Coronazeiten." Trotzdem sei es gerade in der Brut- und Setzzeit wichtig, Hunde anzuleinen und auf den Wegen zu bleiben.

Bis zum Sommer werden die kleinen Füchse wohl in Nadine Müllers Obhut bleiben. Weil sie weiß, dass ihr der Abschied von ihren Schützlingen schwerfällt, hat sie den Füchsen keine Namen gegeben. Das macht sie so bei allen Wildtieren, die sie aufzieht. "Sonst macht das die Sache noch schwieriger, sie dann auszuwildern."

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