Die Freiwillige Feuerwehr in Mainz-Weisenau gießt mit Schläuchen junge Bäume, die unter der Trockenheit leiden. (Foto: Freiwillige Feuerwehr Mainz-Weisenau)

Besonderer Einsatz

Feuerwehr gießt trockene Bäume in Mainz

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Stefan Schmelzer

Die Trockenheit der vergangenen Wochen macht in der Stadt vor allem jungen Bäumen zu schaffen. Jetzt hilft die Freiwillige Feuerwehr.

Man komme mit dem Gießen derzeit kaum hinterher, heißt es von Seiten der Stadt Mainz. Eigentlich kümmern sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom Grünamt um Bäume und Sträucher in der Stadt. Doch im Stadtteil Weisenau bekommen sie tatkräftige Unterstützung.

Die Freiwillige Feuerwehr greift dort zum Schlauch und kümmert sich um junge Bäume, die dringend Wasser brauchen. "Damit die Bäume auch langfristig überleben können, fahren wir aktuell einmal die Woche gießen, " schreiben die Feuerwehrleute im Netz. Auch die Jugendfeuerwehr hilft im Stadtteil.

Feuerwehren können um Amtshilfe gebeten werden

Nach Angaben von Stadtsprecherin Sarah Heil ist diese Zusammenarbeit aber eine Ausnahme. Die Freiwillige Feuerwehr Weisenau sei derzeit die einzige, die beim Gießen helfe. Für die Einsatzkräfte ist das laut Heil auch eine gute Übung und Geräte wie Pumpen und Schläuche könnten dabei getestet werden.

Grundsätzlich kann die Mainzer Feuerwehr aber laut Heil vom Grünamt um Amtshilfe gebeten werden. Das sei aber im Moment nicht nötig, da Bäume und Sträucher noch vom Grünamt gegossen würden.

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Bäume melden Durst per Sensor

Gerade für Jungbäume gibt es verschieden Maßnahmen, um sie vor dem Austrocknen zu bewahren. Die Mainzer Stadtwerke und die Wohnbau haben bereits im Mai ein Pilotprojekt gestartet, bei dem der Wasserbedarf von Jungbäumen ermittelt werden soll, um effizienter zu gießen. Das Ganze funktioniert mit speziellen Sensoren.

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Per Funk ermitteln die Sensoren Daten. Dadurch lässt sich erkennen, ob der Baum gegossen werden muss oder nicht. Das funktioniert laut Stadtwerke, indem der elektrische Widerstand in den Ästen gemessen wird. Je mehr Wasser im Baum gespeichert ist, desto niedriger sei der Widerstand. So könne quasi der Durst des Baumes ermittelt werden. Erste Ergebnisse des Pilotprojekts sollen Ende September vorliegen.

Wassersäcke und weiße Stämme

Außerdem werden laut Stadt Plastiksäcke an den Stämmen der Bäume befestigt. Diese werden dann mit Wasser gefüllt. Das Wasser werde dann nach und nach an die Bäume abgegeben. Um Bäume vor dem Austrocknen zu schützen, werden zudem die Stämme mit einer Kalkschicht weiß gestrichen.

Mit Hilfe von weißer Farbe sollen junge Bäume vor der Hitze und der Trockenheit geschützt werden. (Foto: SWR)
Über 40.000 Bäume gibt es im Mainzer Stadtgebiet, 1.600 davon sind Jungbäume und müssen mehr gepflegt werden.

Nur junge Bäume werden gegossen

Nach Angaben der Stadt Mainz gibt es derzeit etwa 1.600 junge Bäume in der Stadt, die bei Trockenheit gegossen werden müssen. Wöchentlich erhielten sie 60 bis 80 Liter Wasser. Sie würden gegossen, bis sie sieben Jahre alte sind, danach müssten sie sich selbst versorgen.

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Stefan Schmelzer