Zwei junge Leute sind im Balancier-Parcour "Baummarder" des neuen Felke Aktiv-Waldes unterwegs.

Den Wald mit allen Sinnen erleben

Felke Heil- und Aktivwald in Bad Sobernheim wird eröffnet

Stand
AUTOR/IN
Sibylle Jakobi

Der neue Felke Heil- und Aktivwald macht den Wald auf unterschiedlichste Art erlebbar. Im Mittelpunkt stehen die Elemente der Felkekur: Lehm, Licht, Luft, Wasser.

Drei Rundwege führen nun durch den Wald bei Bad Sobernheim. Sie sind miteinander kombinierbar und bieten damit auf mehr als zehn Kilometern die Möglichkeit, den Wald mit allen Sinnen zu erleben. "Das findet man nicht von der Stange", betont Projektleiterin Renate Scheffold.

Waldbaden und meditieren im Heilwald

Ein Baumstumpf auf der Waldlichtung, eine runde Sonnenliege oder ein geschälter Eichenstamm, an den man sich anlehnen kann – an solchen Orten können sich die Besucherinnen und Besucher entspannen. Es gibt Anregungen zum Meditieren und Entschleunigen in der Natur, mitten im Wald.

Dem sogenannten "Lehmpastor" Emmanuel Felke (1856-1926) hat Bad Sobernheim seinen Bad-Titel zu verdanken. Im Heilwald kann man 4,5 Kilometer lang auf seinen Spuren wandern und die Lehre des Naturheilkundlers neu entdecken – in einer Lehmhöhle oder beim Waldbaden. Auf dem gesamten Weg können sich die Naturliebhaber über QR-Codes Videos auf ihr Handy laden. Sie ergänzen das Naturerlebnis mit Informationen zur Heilkunde nach Felke und Anleitungen zu Übungen an den einzelnen Stationen.

Der Aktivwald: Klettern, Balancieren und Schweben

Im Aktivwald wird es dann sportlicher. Hier führen die Stationen zu den Waldbewohnern. Auf dem 5,2 Kilometer langen Rundweg geben Baummarder, Wildschwein oder Spinnen das Kommando.

Auf bunten Tafeln sind die einzelnen Parcours des Felke-Waldes in Bad Sobernheim erklärt.
Auf bunten Tafeln sind die einzelnen Parcours des Felke-Waldes in Bad Sobernheim erklärt.

Die Besucherinnen und Besucher sollen sich hier bewegen wie die Waldtiere. Mal wird geklettert wie ein Eichhörnchen, mal gehüpft wie ein Reh oder sich mit der starken Waldameise gemessen.

Bei der "Kraft-Ameise" im Felke Heil- und Aktivwald können Besucher ihre Muskeln spielen lassen.
Bei der "Kraft-Ameise" im Felke Heil- und Aktivwald können Besucher ihre Muskeln spielen lassen.

Auch im Rollstuhl in den Wald eintauchen

Auf einem 1,2 Kilometer langen barrierefreien Rundweg geht es dann an verschiedenen Stationen um die Sinne – ums Hören, Riechen, Sehen und Schmecken.

"Es ist ein einmaliges Walderlebnis, auch durch den Waldbestand, den wir hier haben."

Auch mit Rollator oder im Rollstuhl lasse sich hier ganz tief in den Laub-Misch-Wald eintauchen, sagt Renate Scheffold. Auf dem ebenen Waldweg geht es mitten in die Natur, vorbei an einem überdimensionalen Hörrohr oder Holzbilderrahmen, die einen neuen Blick in den Wald öffnen.

Angebote für Meditationen oder Heilwandern

Der Felke Heil- und Aktivwald soll die therapeutischen Angebote in den Kurklinken ergänzen. Er ist für die Kurgäste und Touristen, aber natürlich auch für die einheimische Bevölkerung gedacht. Der Wald lässt sich jederzeit allein erkunden. Es gibt aber auch Angebote unter Anleitung zu meditieren, zum gemeinsamen Qigong oder zum Heilwandern.

Auch dem Kurwesen und der Felke-Kurstadt Bad Sobernheim soll der Felke Heil- und Aktivwald neuen Aufschwung geben. Träger ist die Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Verbandsgemeinde Nahe-Glan. Sie hat mehr als eine halbe Million Euro investiert. Ein Großteil des Geldes kommt aus dem Förderprogramm "Nachhaltige Bewältigung der Corona-Pandemie" des Landes.

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