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Unbekannte haben in der Nacht zu Allerheiligen das Mahnmal am "Feld des Jammers" an der Nahe beschädigt. Unter anderem sprühten sie Graffiti darauf. In dem Kriegsgefangenenlager der Alliierten starben zahlreiche deutsche Soldaten.

Graffiti am Mahnmal "Feld des Jammers" (Foto: Polizeidirektion Bad Kreuznach)
Graffiti am Mahnmal "Feld des Jammers" Polizeidirektion Bad Kreuznach

Eine Polizeistreife habe am Freitagmorgen die Graffiti an dem Mahnmal in Bretzenheim bei Bad Kreuznach bemert, teilten die Ermittler mit. Außerdem seien eine Blumenschale und ein Gedenkkranz beschädigt worden. Es gebe keine Hinweise auf den oder die Täter. Es wurde ein Strafverfahren gegen Unbekannt eingeleitet.

Teil der Rheinwiesenlager für Kriegsgefangene

Das "Feld des Jammers" in Bretzenheim bei Bad Kreuznach gehört zu den Rheinwiesenlagern. Damit wird ein Netz von etwa 20 provisorischen Kriegsgefangenenlagern bezeichnet, die von den Alliierten im Frühjahr 1945 eingerichtet wurden. Die Alliierten waren mit der Versorgung der vielen Gefangenen zunächst hoffnungslos überfordert. Die Versorgung mit Lebensmitteln war katastrophal, es gab oft keine medizinische Betreuung. Mehrere Tausend Soldaten starben.

Rechtsextremen Kreisen gelten das "Feld des Jammers" in Bretzenheim und die anderen Rheinwiesenlager als Beleg für alliierte Kriegsverbrechen, die denen Hitler-Deutschlands angeblich in nichts nachstanden. Die furchtbaren Umstände in den Lagern sind unbestritten. Einzelne Berichte von Historikern, die Westalliierten hätten den Tod bis zu einer Million Gefangener bewusst in Kauf genommen, gelten wissenschaftlich aber als widerlegt.

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