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Knöllchen für falsches Parken sind eigentlich Aufgabe der Verkehrsbehörden - aber auch jeder Bürger kann Falschparker anzeigen. In Mainz ist die Zahl der Privatanzeigen gestiegen.

"Man kann feststellen, dass es immer mehr werden", sagt die Mainzer Verkehrsdezernentin Katrin Eder (Grüne) im Gespräch mit Zur Sache Rheinland-Pfalz. 2019 seien in der Landeshauptstadt durchschnittlich 40 private Meldungen am Tag wegen Falschparkern gezählt worden, die von den Behörden weiterverfolgt wurden. Dazu habe es im vergangenen Jahr 4.560 private Anzeigen gegeben. Nach Angaben der Stadt waren dies rund 2 bis 2,5 Prozent der Anzeigen für Falschparken in Mainz.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
20:15 Uhr
Sender
SWR Fernsehen RP

Anzeige per Web und App

Privatanzeigen sind durch die Digitalisierung in den letzten Jahren deutlich einfacher geworden: Einige Kommunen wie zum Beispiel Worms bieten ein Online-Formular an, um Verkehrsordungswidrigkeiten von Zuhause anzuzeigen. Auch per App werden Falschparker angezeigt: Mit der App "Wegeheld" können Falschparker im Netz ohne Nummernschild gepostet und auf Wunsch bei der entsprechenden Behörde gemeldet werden.

Absage an anonyme Anzeigen

In Mainz können Falschparker per E-Mail angezeigt werden. Auch über "Wegeheld" laufen hier einige Hinweise ein. Wenn alle Angaben korrekt seien und der Hinweisgeber sich vollständig mit Name und Adresse zu erkennen gibt, werde die Anzeige bearbeitet. Anonyme Anzeigen nehme man nicht an. "Man muss schon den Mut haben, zu sagen, wer man ist", so Eder. Im Ernstfall müsse man auch für ein Gerichtsverfahren als Zeuge zur Verfügung stehen.

Kritisch gegenüber App

Insgesamt steht Eder dem Thema Anzeige per App aber eher skeptisch gegenüber. Sie würde nicht dazu aufrufen, im großen Stil selbst Verkehrsüberwachung zu spielen. "Für mich ist das auch eine Frage des gesellschaftlichen Klimas", sagt sie. "Ich muss sagen, mir persönlich bereitet das Unbehagen." Nichtsdestotrotz verfolge die Verwaltung auch solche Anzeigen.

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