Das Logo des Kinderpalliativteams Mainz (Foto: SWR)

Hilfe für schwerkranke Kinder

Erstes ambulantes Kinderpalliativteam für Rheinhessen und die Nahe

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Seit wenigen Tagen gibt es ein ambulantes Kinderpalliativteam in Rheinland-Pfalz. Es soll Familien mit schwerstkranken Kindern dabei helfen, ein möglichst normales Leben zu führen.

Es sind glückliche Gesichter, in die man bei dieser Pressekonferenz in Mainz schaut, auch wenn das Thema sicherlich kein einfaches ist. Schwerstkranke Kinder zu betreuen und zu wissen, dass viele von ihnen nur eine begrenzte Zeit zu leben haben, ist eine Aufgabe, die schön und schwer zugleich ist wie die ärztliche Leiterin des mobilen Kinderpalliativteams, Carola Weber, sagt.

Viele schöne Momente mit kranken Kindern

Auch wenn es immer wieder Situationen gebe, die emotional belastend seien, gebe es doch mindestens genauso viele schöne Momente. Viele der Kinder würden Carola Weber und ihre Kollegen und Kolleginnen über Jahre hinweg begleiten. Dadurch gebe es auch immer wieder schöne Situationen.

Neun Mitarbeitende für erstes ambulantes Kinderpalliativteam

Drei Ärzte bzw. Ärztinnen aus unterschiedlichen Fachrichtungen, fünf Pflegefachkräfte und eine medizinische Fachangestellte. Das ist das neue Kinderpalliativteam "iMPalCT", das in Mainz stationiert ist. Angegliedert an das Mainzer Hospiz und in Zusammenarbeit mit der Mainzer Universitätsmedizin wollen sie den Kindern und ihren Familien ein relativ normales Leben ermöglichen.

"Das Größte was die Eltern sich natürlich wünschen, ist, dass sie als Familie nicht immer auseinander gerissen werden und Zuhause die Versorgung stattfinden kann, sodass man nicht immer wieder ins Krankenhaus gehen muss", sagt Carola Weber.

Die Mitarbeitenden des Kinderpalliativteams ergänzen die Angebote der Pflegedienste und beraten die Familien beispielsweise in Sachen Medikamente und Behandlungen.

"Wir wollen den Familien ein selbstständiges Leben im eigenen Zuhause ermöglichen."

Eine Mutter umfasst die Hand eines beatmeten und intensivpflichtigen Kindes (Foto: picture alliance/dpa | Uwe Zucchi)
Das Ziel des neuen Teams: Versorgung Zuhause picture alliance/dpa | Uwe Zucchi

Kinderpalliativteam ist rund um die Uhr im Einsatz

Das Kinderpalliativteam ist 24 Stunden im Einsatz, jeden Tag. Ein Angebot, worüber viele Eltern sehr dankbar sind, wie der Geschäftsführer des Mainzer Hospizes, Uwe Vilz, bestätigt: "Das 'rund um die Uhr' ist nach unseren Erfahrungen für die Familien sehr wichtig. Allein die Möglichkeit zu haben, 'ich kann zu jeder Tages- und Nachtzeit jemanden erreichen. Die kennen mich, die kennen mein Kind', das beruhigt schon viele."

Die Erkrankungen der Kinder sind sehr unterschiedlich. Einige haben eine Stoffwechselerkrankung, andere haben mit den Folgen von schweren Hirnschäden zu kämpfen. Viele der Kinder leiden auch unter genetischen Erkrankungen.

Schon erste Anfragen für neues Kinderpalliativteam

Obwohl das neue ambulante Kinderpalliativteam erst vor wenigen Tagen mit seiner Arbeit begonnen hat, gebe es schon einige Anfragen. Die Mitarbeitenden besuchen seit Anfang Oktober ihre kleinen Patienten und Patientinnen in einem Umkreis von 120 Kilometern rund um Mainz. Damit kann zukünftig nicht nur die Region Rheinhessen versorgt werden, auch die Nahe und der Rhein-Hunsrück-Kreis werden beispielsweise von den Mitarbeitenden angefahren.

Finanziert wird das Team derzeit aus Spenden der Mainzer Hospizgesellschaft und der Rotary-Clubs, allen voran die Rotarier aus Mainz und Rheinhessen, die das Projekt in der Aufbauphase mit 350.000 Euro unterstützt haben. Zusammen mit den Spenden aus der Mainzer Hospizgesellschaft, knapp 150.000 Euro, steht dem Kinderpalliativteam damit eine gute halbe Million Euro zur Verfügung.

Zwei neue Ärzte für Kinderpalliativteam

Carola Weber und ihre Kollegen und Kolleginnen gehen derzeit davon aus, dass sie zwischen 30 und 40 Patienten zeitgleich versorgen können. Um zukünftig aber noch mehr Familien betreuen zu können, werde das Kinderpalliativteam im nächsten Jahr noch durch zwei weitere Ärzte bzw. Ärztinnen unterstützt werden.

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