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Naturschützer haben am Freitag im Mainzer Rathaus knapp 300 Einwendungen gegen die Ausbaupläne für die A643 an die Mainzer Stadtverwaltung übergeben. Die Pläne lagen bei der Stadt aus - am Freitag endet die Frist für die Einwendungen.

Das Bündnis "Nix in den Mainzer Sand setzen" hatte zahlreiche Einwendungen von Privatpersonen gesammelt, um sie an die Mainzer Verkehrsdezernentin Katrin Eder (Bündnis 90/Die Grünen) zu übergeben.

Die Einwendungen werden im Mainzer Rathaus an Verkehrsdezernentin Katrin Eder (Bündnis 90Die Grünen) überreicht. (Foto: SWR, R. Amri)
Die Einwendungen werden im Mainzer Rathaus an Verkehrsdezernentin Katrin Eder (Bündnis 90/Die Grünen) überreicht. R. Amri

Angst um Pflanzen und Tiere

Vielen Kritikern des Ausbaus wurde demnach nicht weit genug untersucht, wie sich der sechsspurige Ausbau der A643 zwischen Mainz-Mombach und Mainz-Gonsenheim auf seltene Tier- und Pflanzenarten auswirkt. Das Stück Autobahn führt durch das Naturschutzgebiet "Mainzer Sand". Naturschützer befürchten, dass die Verbreiterung der Autobahn um 3,50 Meter nach beiden Seiten den Lebensraum geschützter Tier- und Pflanzenarten im Mainzer Sand zerstört.

Die Mainzer Umweltdezernentin Katrin Eder (Bündnis 90Die Grünen) hält die Kiste mit den Einwendungen in der Hand.  (Foto: SWR, R. Amri)
In dieser Kiste befinden sich Einwendungen gegen den sechsspurigen Ausbau der A643 in Mainz. R. Amri

Mainz wollte "Vier-plus-zwei-Lösung"

Die Stadt Mainz hatte eine "Vier-plus-zwei-Lösung" favorisiert - vier Fahrspuren plus Freigabe der zwei Standstreifen bei hohem Verkehrsaufkommen. Das Bundesverkehrsministerium beschloss in seinem Verkehrswegeplan aber sechs Spuren plus Standstreifen. Die Kosten werden nach bisherigen Angaben auf 136,5 Millionen Euro geschätzt.

Anschluss an neue Schiersteiner Brücke

Das Autobahnstück ist deshalb so wichtig, weil es an die neue Schiersteiner Brücke anschließt. Die Brücke führt über den Rhein nach Hessen und ist sechsspurig. Das gilt auch für den Teil der A643 auf hessischer Seite. Über die Autobahnbrücke fahren täglich bis zu 90.000 Fahrzeuge.

Verbände haben länger Zeit

Weitere Einwendungen sind nach Angaben des Bündnisses direkt an die Stadt und an den Landesbetrieb Mobilität (LBM) geschickt worden - der ist für den Autobahn-Ausbau zuständig. Der LBM muss die Einwendungen nun prüfen und gegebenenfalls seine Ausbaupläne anpassen. Auch Umweltverbände können noch Stellung beziehen. Für sie wurde die Abgabefrist um einen Monat verlängert. Die Stadtverwaltung will eine eigene Stellungnahme einreichen.

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