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Der "Dorfladen am Soonwald" ist ein ganz besonderer, denn er wird von sieben Gemeinden gemeinsam umgesetzt. Dafür gab es sogar 150.000 Euro von der Europäischen Union.

Noch wird gewerkelt und geräumt im neuen "Dorfladen am Soonwald" in Winterbach. Ortsbürgermeister Werner Rebenich steht zwischen den Regalen in dem großen, hellen Verkaufsraum und ist einfach glücklich: "Das ist ein grandioses Gefühl!", sagt er. Eineinhalb Jahre lang gab es keinen Lebensmittelladen in dem 500-Seelen-Ort. "Und wir haben aus eigener Kraft geschafft, das jetzt zu ändern."

Sieben Gemeinden arbeiten an ihrem Dorfladen

Das ehemalige Raiffeisenlager liegt verkehrsgünstig direkt an einer Kreuzung, es ist so auch für die anderen sechs beteiligten Gemeinden gut zu erreichen. Winterbach, Ippenschied, Gebroth, Winterburg, Entenpfuhl, Münchwald und Spall - es ist ihr gemeinsamer Laden.

"Wir haben Personal aus den Orten, wir haben Rückhalt aus den Orten und ehrenamtliche Unterstützung aus den Orten", sagt Rebenich. Und so ist hier auch immer was los: Eine Gruppe kümmert sich ums Sortiment, die andere hat zusammen mit einem Tischler die Einrichtungsregale gezimmert und lasiert.

Neuer Dorfladen in Winterbach im Kreis Bad Kreuznach (Foto: SWR)
Die ehrenamtliche Mitarbeiterin Bärbel Unger und der Ortsbürgermeister von Winterbach, Werner Rebenich im neuen "Dorfladen am Soonwald"

Viele regionale Produkte

Mit dabei ist auch Bärbel Unger, die künftig stundenweise im Laden arbeitet. "Es ist eine ganz tolle Gelegenheit, wieder mit den Menschen in Kontakt zu kommen", sagt sie. "Es wird ein Laden mit Seele." Und er soll den gut 1.500 Menschen im Umkreis viel bieten - ein breites Sortiment mit möglichst vielen regionalen Produkten.

Die Menschen sollen im Dorfladen für die nächsten Tage einkaufen und sehen: Das ist mein Laden, so Werner Rebenich. "Das Entscheidende ist, dass alle in den Orten den Dorfladen zu ihrem Ding machen und merken, wenn sie hier einkaufen, dann unterstützen sie sich selbst - auch wenn es den einen oder anderen Cent teurer ist."

Geld von der Europäischen Union

Der Dorfladen wurde mit 90 Prozent Förderung aus dem LEADER-Programm der EU aufgebaut. Tragen muss er sich künftig selbst. "Hier muss kein Chef einen Mercedes verdienen", so der Ortsbürgermeister. "Aber die schwarze Null brauchen die Ortsgemeinden hier schon." Und so krempeln sie gemeinsam die Ärmel hoch, um dem Supermarkt auf der grünen Wiese etwas entgegenzusetzen und ihr Dorfleben attraktiv zu halten. Anfang November soll der "Dorfladen am Soonwald" eröffnet werden.

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