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Im Februar sollen Kinder und Jugendliche in Rheinland-Pfalz wieder in die Schulen zurückkehren. Die Sorge vor Ansteckung mit dem Coronavirus bleibt. Am Mainzer Willigis-Gymnasium testen Experten deswegen den Nutzen von Luftfiltern.

Die Luftfilteranlage wird in verschiedenen Räumen der Willigis-Schule getestet.  (Foto: SWR, Rabea Amri)
In fünf verschiedenen Räumen wird die Luftfilteranlage erst einmal getestet. Rabea Amri

Grundschüler und -schülerinnen starten ab dem 1. Februar in den Wechselunterricht, Mitte Februar sollen die weiterführenden Schulen nachziehen. Dann heißt es für die Kinder und Jugendlichen wieder: Masken auf und dicke Klamotten anziehen, denn in den Klassenräumen wird dann wieder häufig gelüftet, denn das Coronavirus verbreitet sich über die Luft, über sogenannte Aerosole. Am Mainzer Willigis-Gymnasium haben Eltern sich Gedanken gemacht, was man außer Lüften denn noch tun könnte. Die Idee: Luftfilter einsetzen. Diese werden jetzt getestet.

Wie sauber kriegen Filter die Luft?

Dafür werden nach Angaben der Filterfirma DEMA-airtech die mobilen Filteranlagen in zwei Klassenräumen, der Bibliothek, dem Lehrerzimmer und in einem Chemiesaal des Willigis-Gymnasiums aufgestellt. Zuerst werde dann eine sogenannte Nullmessung durchgeführt. Diese zeige, wie die Luftqualität in dem Raum ist ohne Filter. Dann würden Aerosole künstlich erzeugt - mit sogenannten Aerosolgeneratoren. Das sind spezielle Maschinen, die winzig kleine Partikel in die Luft blasen. Anschließend würden die Filteranalagen angestellt und anschließend gemessen, wie sauber die Luft ist.

Tests am Ort des Geschehens

Die Luftfilter sollen nach Angaben der Verantwortlichen unter realen Bedingungen getestet werden – also genau dort, wo sie auch eingesetzt werden sollen. Bisher wurden Tests hauptsächlich unter Laborbedingungen gemacht. Dort hätten die Aerosole immer ziemlich verlässlich aus der Luft rausgefiltert werden können, so die Experten. Allerdings herrschten im Labor ganz andere Bedingungen. Da gebe es keine Tische und Stühle, keine Klimaanlagen, wie es in manchen Schulräumen der Fall sei. Deshalb gehe es jetzt darum herauszufinden, was diese mobilen Filteranlagen tatsächlich in einem Klassenraum leisten könnten.

Wissenschaftliche Begleitung

Die Tests am Willigis-Gymnsium werden von Wissenschaftlern der Hochschule Aalen begleitet, die eine Studie zu den Luftfiltern erstellen und veröffentlichen. Davon könnten dann auch andere Schulen profitieren, die sich gegebenenfalls auch für solche Filter entscheiden.

Willigis-Gymnasium hofft auf Unterstützung vom Land

Falls die Tests erfolgreich verlaufen, sollen acht Luftfilteranlagen in der Mainzer Willigis-Schule installiert werden. Dafür hat die Schulleitung bereits Zuschüsse beim Land Rheinland-Pfalz beantragt, ein Filter kostet etwa 3.500 Euro. Die Schulleitung betont aber auch, dass die Filteranlagen nur eine Ergänzung zu den schon bestehenden Corona-Regeln seien. Es werde weiter gelüftet und die Schüler und Schülerinnen müssen auch weiter Masken tragen.

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