STAND

Wegen der hohen Corona-Inzidenz hat die Stadt Mainz eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. Ab 21 Uhr müssen Supermärkte schließen, auch die Außengastronomie ist wieder dicht. An den Entscheidungen gibt es Kritik.

Der rheinland-pfälzische Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) bedauert die Entscheidung der Stadt Mainz, die Außengastronomie ab Donnerstag wieder komplett zu schließen. Nachdem die Corona-Inzidenz an mehreren Tagen über 100 lag, hatte Mainz, wie vom Land vorgeschrieben, die Notbremse ziehen müssen. Gereon Haumann vom Dehoga Rheinland-Pfalz sagte dem SWR, auch aus Pandemiegründen halte er dies für den falschen Weg.

In einem Biergarten hätten sich die Menschen mit negativem Corona-Test, Abstand und Kontakterfassung sicher treffen können. Mit dem pauschalen Lockdown aber zwinge man sie wieder in nicht-kontrollierte Bereiche. Vermutlich würden sich nun über die Osterfeiertage viele Grüppchen in Weinbergen oder am Rheinufer ohne irgendwelche Schutzmaßnahmen treffen.

Forderung nach mehr Corona-Schnelltests

Der bessere Weg wäre es, viel mehr zu testen, so Haumann. Wie nach dem Modell in Tübingen sollte man den Menschen gerade über die Ostertage ermöglichen, sich an zahlreichen Stellen in der Mainzer Innenstadt testen zu lassen und mit einem negativen Ergebnis Restaurants oder auch Geschäfte zu besuchen. Aus seiner Sicht könnte man dann neben der Außengastronomie auch Hotels und die Innenbereiche von Restaurants wieder öffnen.

Einzelhandel sieht sich nicht als Inzidenztreiber

Die Ausgangssperre in Mainz sei wegen der steigenden Corona-Inzidenz absehbar gewesen, sagt Thomas Scherer vom Handelsverband Mitte, Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland. Nachvollziehen könne man die Entscheidung trotzdem nicht. Immer wieder höre man von Politikern und aus Studien, dass der Einzelhandel nicht der große Inzidenztreiber sei. Dennoch werde der immer als erstes geschlossen.

"Solche Entscheidungen sind nicht immer mit dem gesunden Menschenverstand nachzuvollziehen."

Thomas Scherer, Handelsverband Mitte, Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland e. V.

Das erlaubte Terminshopping sei möglicherweise für kleinere Läden noch sinnvoll. Je größer aber die Fläche der Geschäfte sei, desto weniger könne man sie mit Einzelterminen wirtschaftlich betreiben.

Supermärkte sollten trotz Ausgangssperre bis 22 Uhr öffnen dürfen

Fragwürdig findet Scherer außerdem die Entscheidung, dass der Lebensmittelhandel in Mainz ab Donnerstag schon um 21 Uhr schließen muss. Viele Läden hätten normalerweise bis 22 Uhr auf, und diese letzte Stunde würde erfahrungsgemäß von den Kunden gut genutzt. Gerade jetzt vor den Osterfeiertagen würden sicher viele Menschen noch große Einkäufe erledigen. Deshalb wäre es sinnvoller gewesen, die Einkaufszeiten nicht zu verkürzen.

Mainz

Stadt muss Notbremse ziehen Mainz verhängt Ausgangssperre wegen steigender Corona-Inzidenz

Nachdem die Corona-Inzidenz an mehreren Tagen über 100 lag, musste die Stadt Mainz reagieren. Seit Donnerstag gilt eine nächtliche Ausgangssperre.  mehr...

Worms

Notbremse wegen steigender Corona-Zahlen Nächtliche Ausgangssperre in Worms und im Kreis Alzey-Worms

Wegen der steigenden Corona-Infektionen gibt es seit Mittwoch auch im Landkreis Alzey-Worms eine nächtliche Ausgangssperre. In der Stadt Worms gilt eine solche bereits.  mehr...

Rheinland-Pfalz

Fragen rund um die Ausgangssperre Wofür darf ich noch das Haus verlassen?

Ausgangsbeschränkungen oder -sperren für die Bevölkerung sind eine der schärfsten Maßnahmen im Kampf gegen die Verbreitung des Coronavirus. Kommunen können sie bei hohen Infektionszahlen zeitlich befristet anordnen.  mehr...

Rheinland-Pfalz

Wegen steigender Inzidenzwerte Hier gilt in Rheinland-Pfalz die Ausgangssperre

Von Norden über Rheinhessen bis in die Pfalz heißt es für einige Kreise und Städte in Rheinland-Pfalz Ausgangssperre. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei ihnen mindestens drei Tage in Folge über dem Wert von 100.  mehr...

STAND
AUTOR/IN