Zwei Bewohner eines Altenheim sitzen an einem Tisch (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/dpa | Jonas Güttler)

Nach Corona-Ausbruch

Ingelheimer Altenheim lässt wieder Besuche zu

STAND

Nach einem Corona-Ausbruch in einem Ingelheimer Altenheim sind vier Menschen gestorben. Das Besuchsverbot wurde wieder gelockert

Wie die Heimleitung mitteilt, ist der vierte Bewohner des Ingelheimer Altenheims am Freitag gestorben. Ähnlich wie bei den drei Fällen zuvor sei nicht klar, ob die Corona-Infektion ursächlich für den Tod gewesen sei. Alle Opfer seien hochbetagte Menschen mit Demenz und zahlreichen Begleiterkrankungen gewesen, so der Sprecher.

Trotzdem werden nicht betroffene Wohnbereiche des Heims ab Montag wieder für Besucher geöffnet. Das hat die zuständige Kreisverwaltung Mainz-Bingen entschieden.

Corona-Ausbruch auf der Demenz-Station

In dem Ingelheimer Altenheim hatten sich 29 Bewohnerinnen und Bewohner einer Station sowie acht Personen aus der Belegschaft mit Corona infiziert. Nachdem zunächst eher milde Verläufe beobachtet worden waren, sind laut Kreisverwaltung mittlerweile vier Patienten verstorben. Das Virus war in einem sogenannten "beschützenden Wohnbereich" ausgebrochen, in dem es 30 Pflegeplätze für Menschen mit Demenz gibt. Bis auf eine Bewohnerin hatten sich laut Kreisverwaltung alle infiziert.

Personal muss sich testen lassen

In dem Ingelheimer Altenzentrum wurden nach Angaben der Kreisverwaltung ein Aufnahmestopp verhängt, um die weitere Ausbreitung möglichst einzudämmen. Das gesamte Personal werde täglich vor Dienstbeginn mittels Schnelltest getestet.

Fast jeder im Heim ist geimpft

Die Bewohnerinnen und Bewohner sowie die Belegschaft des betroffenen Altenheims sind nach Angaben der Kreisverwaltung bereits seit Februar fast alle vollständig geimpft. Der Vorfall belege die Dringlichkeit, mit einer Auffrischung des Impfschutzes die Abwehrkräfte wieder zu verstärken.

"Das Geschehen zeigt, dass trotz regelmäßiger Schnelltests, eines guten Hygienekonzepts und sofortiger Schließung der betroffenen Station eine solche Ausbruchssituation nicht in jedem Fall verhindert werden kann."

Wer sich mit Corona ansteckt, ist oft nicht geimpft

Die grundsätzliche Wirksamkeit der Impfung wird laut Kreisverwaltung durch den Corona-Ausbruch aber nicht in Frage gestellt. Eine Analyse des Gesundheitsamtes zeige, dass bei allen Infektionen, die in der vergangenen Woche in Mainz und im Landkreis Mainz-Bingen verzeichnet wurden, von 323 Neuerkrankungen 69 Menschen wirksam geimpft waren. 254 Menschen waren demnach nicht oder nicht vollständig geimpft, was einem Anteil von fast 80 Prozent der Infizierten entspricht.

Ingelheim

Bislang nur leichte Verläufe Corona-Ausbruch in Altenheim im Kreis Mainz-Bingen

In einem Seniorenheim im Landkreis Mainz-Bingen ist es auf einer Station zu einem Corona-Ausbruch gekommen. 18 Bewohnerinnen und Bewohner und drei Mitarbeitende seien positiv getestet worden.  mehr...

Rheinland-Pfalz

Aktuelle Lage im Land Corona-Live-Blog in RLP: Kassenärzte-Chef fordert "Freedom Day" Ende Oktober

In Rheinland-Pfalz gilt seit Sonntag eine neue Corona-Verordnung. Die Inzidenz ist nicht mehr allein ausschlaggebend für Einschränkungen im Alltag. Wichtig ist auch, wie viele Covid-Patienten im Krankenhaus sind, und wie hoch die Impfquote ist. Die aktuelle Entwicklung hier im Blog.  mehr...

STAND
AUTOR/IN