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Die beiden Männer, die für eine Brandserie in Worms-Rheindürkheim mitverantwortlich sind, sind zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Zuvor hatten sie ihre Taten gestanden.

Beide ehemaligen Feuerwehrmänner wurden vom Jugendschöffengericht schuldig gesprochen, vor drei Jahren Wohnmobile, Strohballen, Autos und Lastwagen angezündet zu haben. Sie müssen jeweils 1.000 Euro Geldstrafe für einen guten Zweck zahlen - in ihrem Fall an die Feuerwehr Rheindürkheim, unter anderem wegen des Imageschadens.

Gericht: Wollen Existenz nicht vernichten

Der 20-jährige Angeklagte fiel noch unter Jugend-, der 31-Jährige unter Erwachsenenstrafrecht. In der Urteilsbegründung sagte der Richter, es sei nicht einfach gewesen, ein Urteil zu finden. Beide Männer hätten eine Riesendummheit begangen. Das Gericht wolle aber nicht Existenzen vernichten. Die Verurteilten seien alle in Arbeit, hätten eine feste Familienstruktur und einer auch ein achtjähriges Kind. Der Richter schloss mit den Worten, er wolle die beiden jungen Männer nicht mehr am Wormser Amtsgericht wiedersehen.

Die beiden Männer hatten zum Prozessauftakt ihre Taten gestanden. Sie sagten, es tue ihnen leid und sie hätten Mist gebaut. Einer der beiden weinte kurz und sagte aus, es sei der schlimmste Fehler seines Lebens gewesen.

Gartenhütten, Lastwagen gingen in Worms-Rheindürkheim in Flammen auf (Foto: Polizei Worms )
Den ersten Brand in Worms-Rheindürkheim gab es am 1. Januar 2017: In der Harpenerstraße brannte dieser Wohnwagen aus. Polizei Worms Bild in Detailansicht öffnen
Diese Hütte in der Dammstraße brannte gleich zweimal, am 24. und 26. Januar 2017. Wieder ein paar Tage später standen Mülltonnen in Flammen. Polizei Worms Bild in Detailansicht öffnen
Zehn Tage, nachdem Heuballen an der B9 angesteckt wurden, brannte am 14. Februar 2017 dieser Lastwagen in der Osthofener Straße in Rheindürkheim. Polizei Worms Bild in Detailansicht öffnen
Am 18. Februar 2017 stand dieser Lkw in der Oberrheinstraße komplett in Flammen. Polizei Worms Bild in Detailansicht öffnen
Von diesem Lkw blieb nach dem Feuer nicht viel übrig. Polizei Worms Bild in Detailansicht öffnen
Am 3. März 2017 geht dieses Privatauto in der Lenkerringstraße in Rheindürkheim in Flammen auf. Polizei Worms Bild in Detailansicht öffnen
Der letzte Brand: am 26. März 2017 wird ein Wohnwagen an der Engelswiese angezündet - ein Tag, nachdem ein Holzschuppen am Rheindürkheimer Sportplatz brannte. Polizei Worms Bild in Detailansicht öffnen

Die beiden jungen Männer waren beide bei der Freiwilligen Feuerwehr Rheindürkheim. Dort haben sie sich auch kennengelernt und sind auf die Idee gekommen, Wohnwagen, Strohballen, abgestellte Autos und Lastwagen anzuzünden. Die Brandserie begann an Silvester 2017 und dauerte etwa vier Monate. Nach Angaben der Wormser Polizei entstand bei den Feuern ein Gesamtschaden von etwa 100.000 Euro.

Dritter Mann zuvor schon verurteilt

Bei der Frage des Gerichts, wer beispielsweise die Grillanzünder und das Benzin besorgt hat, wer die Ziele ausgesucht hat, belasteten sich die beiden Angeklagten gegenseitig.

Ein dritter junger Mann war bereits wegen der Brandstiftungen zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt worden. Er hatte ausgesagt, er sei von den beiden dazu angestiftet worden.

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