Ugur Sahin (r) und Özlem Türeci sitzen in der ersten Reihe. Die Menschen hinter dem Corona-Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech werden mit dem den Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Preis 2022 geehrt. (zu dpa «Paul Ehrlich-Preis für Gründer und Mitarbeiter von Biontech») | Archiv (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/dpa | Federico Gambarini)

Özlem Türeci, Ugur Sahin und Katalin Karikó

Ein Leben für die Wissenschaft - und Biontech

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Die beiden Biontech-Gründer Özlem Türeci und Ugur Sahin sowie die Vizepräsidentin des Unternehmens, Katalin Karikó, haben ihr Leben der Forschung gewidmet. Drei Porträts.

Ugur Sahin wurde 1965 in der Türkei geboren. Als Kleinkind zog er mit seiner Mutter aus der Türkei zum Vater nach Köln, der dort beim Autobauer Ford arbeitete. Sahin besuchte in Köln das Gymnasium und studierte im Anschluss Medizin an der dortigen Universität. Später zog Sahin ins Saarland und arbeitete an der Universität in Homburg.

Özlem Türeci kam 1967 in Niedersachsen zur Welt, verbrachte aber ihre ersten Lebensjahre bei ihren Großeltern in der Türkei. Mit vier Jahren zog sie zu ihren Eltern nach Deutschland zurück und wuchs dort auf. In Niedersachsen machte sie Abitur, bevor sie an die Universität des Saarlandes in Homburg ging, um Humanmedizin zu studieren. Dort lernte sie in ihrem letzen Studienjahr Ugur Sahin kennen. 2002 heirateten die beiden. Sie haben eine Tochter und leben heute in Mainz.

Forschung an Krebsimpfstoffen

Das Ehepaar verbindet seit Jahrzehnten die medizinische Forschung. Bereits früh begannen sie ihre gemeinsame Arbeit an Krebsimpfstoffen und setzten dabei auf die mRNA-Technologie, die Jahre später bei der Forschung für einen Corona-Impfstoff zum Einsatz kam.

In Mainz gründeten sie ein biopharmazeutisches Forschungsinstitut an der Johannes Gutenberg-Universität. Später machten sie sich selbstständig und hoben 2008 das Unternehmen Biontech aus der Taufe. Sahin ist heute Vorstandschef, Türeci medizinischer Vorstand.

"Ich glaube, dass wir als Migrationskinder hier einen Wertbeitrag für unsere Gesellschaft leisten".

Katalin Karikó - große Forschung in den USA

Die Biochemikerin Katalin Karikó arbeitet seit 2013 bei Biontech und forscht schon lange an mRNA (Foto: Vilcek FoundationMHamiltonVisuals)
Katalin Karikó lebt und arbeitet seit Jahrzehnten in den USA. Vilcek FoundationMHamiltonVisuals

Katalin Karikó ist Vizepräsidentin von Biontech und arbeitet seit 2013 für das Unternehmen. Die gebürtige Ungarin wurde 1955 geboren und wanderte später mit ihrem Mann und ihrer Tochter in die USA aus. Dort forscht sie an der Universität von Pennsylvania.

Karikó arbeitete schon in den 1990er-Jahren an der mRNA-Technologie. Doch während in Therapien mit DNA große Hoffnungen gesetzt wurden, schien mRNA für einen medizinischen Einsatz nicht in Frage zu kommen. Karikó blieb dennoch unbeirrt ihrem Ziel treu. Und legte damit letztendlich den Grundstein für die jetzt entwickelten Impfstoffe gegen das Corona-Virus.

Große Ehrungen für alle drei

Die Arbeit von Karikó, Sahin und Türeci ist bereits mehrfach ausgezeichnet worden. Im September 2020 wurde bekannt gegeben, dass sie gemeinsam den renommierten Paul-Ehrlich-und-Ludwig-Darmstaedter-Preis 2021 für ihre Entwicklung von mRNA erhalten. Die neue Methode habe einen herausragenden Erfolg bei der schnellen Entwicklung eines Impfstoffes gegen Covid-19 erzielt, so der Stiftungsrat der Paul-Ehrlich-Stiftung.

"Wir brauchen kein Scheinwerferlicht. Wir lieben das, was wir tun."

Kurz zuvor hatten Türeci und Sahin die Ehrendoktorwürde der Uni Köln verliehen bekommen. Im März erhielten sie das Bundesverdienstkreuz in Berlin. Doch bei allen Ehrungen geht es den Wissenschaftlern immer um ihre Arbeit. Sahin sagte einmal: "Wissenschaft ist das, was uns Spaß macht. Wir würden am liebsten jede Minute im Labor verbringen."

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