Der neue Standort von Biontech in Mainz-Hechtsheim (Foto: SWR)

Individuelle Therapie zur Krebsforschung

Richtfest für BioNTech-Neubau

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Der Mainzer Impfstoffentwickler BioNTech wächst weiter: Das Unternehmen hat am Mittwoch Richtfest für eine neue Produktionsstätte für Krebsmedikamente gefeiert.

Auf einer Fläche von 16.000 Quadratmetern sollen in dem Neubau in Mainz-Hechtsheim individuelle Krebstherapien entwickelt werden. Zu Beginn plant das Unternehmen mit 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Bei voller Auslastung sollen 500 Arbeitsplätze entstehen. 2023 soll die künftige Produktionsstätte in Betrieb gehen.

Dreyer: Starkes Signal für Biotechnologiestandort Rheinland-Pfalz

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) sagte, der heutige Tag sei in vielerlei Hinsicht ein Lichtblick. Zuallererst gebe er vielen krebskranken Menschen die Hoffnung auf bessere Lebensqualität durch neue Therapien. Er setze aber auch ein starkes Signal für den Biotechnologiestandort Rheinland-Pfalz. "Ich danke BioNTech sehr herzlich für sein klares Bekenntnis zu seinem Hauptsitz Mainz", so Dreyer beim Richtfest.

Sahin: Ziel sind 10.000 Chargen für die spezielle Krebstherapie jährlich

BioNTech-CEO Ugur Sahin sagte, in der neuen Produktionsstätte werde man in Zukunft jährlich mehr als 10.000 Chargen für die individualisierte, mRNA-basierte Krebstherapie herstellen. Dies sei ein weiterer Beitrag, um innovative Immuntherapien zum Patienten zu bringen, sobald man eine Zulassung erhalte. Und es sei auch ein Bekenntnis zum Standort Mainz.

Ebling: BioNTech hat Welt Hoffnung gegeben im Kampf gegen Virus

Der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) ergänzte, "nachdem Gutenbergs Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern die Welt der Medien revolutionierte, hat BioNTech einen ebensolchen Sprung mit dem ersten mRNA-Impfstoff im Kampf gegen das Corona-Virus getan." BioNTech habe der Welt in einer schweren Zeit Hoffnung gegeben - und den Weg bereitet für eine neue Impfstofftechnologie.

Krebs-Impfstoff wie bei Corona auf mRNA-Basis

Ebenso wie der Corona-Impfstoff von BioNTech basieren die noch nicht zugelassenen Krebsmedikamente auf der mRNA-Technologie. In diesem Bereich forscht BioNTech schon sehr lange an individuellen Impfstoffen für Krebspatienten. In einer bereits begonnenen klinischen Studie werden insgesamt 200 Darmkrebspatienten mit einem mRNA-Impfstoff behandelt.

Mit der mRNA-Technik gibt man dem Körper einen Bauplan für bestimmte Krebs-Erkennungsmerkmale. Damit kann der Körper diese Tumorteilchen selbst herstellen und dem Immunsystem beibringen: So sieht eine Krebszelle aus, wenn so etwas auftaucht, muss es bekämpft werden. So soll es eine präzise Immunantwort geben, die sich gegen die Krebszellen richtet.

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