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Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) soll laut "Bild"-Zeitung gesagt haben, die Mainzer Firma Biontech stehe kurz vor der Zulassung eines Corona-Impfstoffes. Biontech und das Bundesgesundheitsministerium wollen das so nicht bestätigen.

Dass die Zulassung eines Biontech-Impfstoffes gegen Corona kurz bevor stehe, soll Bundesgesundheitsminister Jens Spahn Anfang der Woche in einer Videokonferenz der Gesundheitsminister gesagt haben. Das schreibt die Zeitung unter Berufung auf Teilnehmer der Konferenz. Spahn halte es demnach für möglich, dass mit ersten Impfungen noch vor Ende des Jahres begonnen werden könne.

Kein Stichtag für Beantragung der Zulassung

Die Mainzer Firma Biontech sagte dem SWR daraufhin, dass es keinen Stichtag gebe, zu dem die Zulassung des Impfstoffs beantragt werde. Biontech würde sie erst dann beantragen, wenn die entsprechenden Ergebnisse aus der Phase 3-Studie zur Verfügung stünden. "Sonst würde man ja den zweiten Schritt vor dem ersten machen", so eine Sprecherin.

Auch das Bundesgesundheitsministerium bleibt offiziell bei seiner Einschätzung, dass erste Corona-Impfungen voraussichtlich in den ersten Monaten des nächsten Jahres möglich würden. Man gehe weiterhin davon aus, dass Anfang 2021 ein Impfstoff zur Verfügung stehen könnte, sagte ein Sprecher des Ministeriums am Freitag auf Anfrage der Deutschen Presseagentur.

Rollierender Zulassungsprozess läuft schon

Anfang Oktober hatte Biontech bekannt gegeben, dass Biontech und Pfizer das sogenannte "Rolling Review"-Verfahren bei der europäischen Arzneimittelbehörde EMA eingeleitet hätten.

Beim "Rolling Review" werden Daten aus der klinischen Prüfung des Wirkstoffs BNT162b2 fortlaufend eingereicht und bewertet. Die Entscheidung der EMA, das Verfahren zu beginnen, basiere auf den ermutigenden vorläufigen Daten der präklinischen sowie frühen klinischen Studien bei Erwachsenen. Biontech ist damit das erste deutsche Unternehmen und mit AstraZeneca das zweite insgesamt, das bei der EMA für diesen Prozess zugelassen wurde.

Notfallzulassung in den USA vielleicht im November

Am vergangenen Freitag hatte zudem der US-Pharmakonzern Pfizer, der mit der deutschen Firma Biontech kooperiert, angekündigt, möglicherweise im November eine Notfallzulassung in den USA für seinen Impfstoff zu beantragen. Die Voraussetzung sei, dass die Daten zu Wirksamkeit und Sicherheit bei der laufenden Erprobung positiv seien.

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