Biontech-Labor (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/Stefan Albrecht/Biontech | Stefan Albrecht/Biontech)

Mainz

Biontech: nächster Schritt im Kampf gegen Darmkrebs

STAND

Das Mainzer Unternehmen Biontech kennt die ganze Welt wegen seines Corona-Impfstoffs. Aber auch im Kampf gegen Krebs forscht Biontech weiter - offenbar mit Erfolg.

Das Mainzer Biotechnologie-Unternehmen Biontech weitet seine Studie zur Behandlung von Darmkrebs aus. In einer Mitteillung heißt es, erstmals sei ein Patient gegen Darmkrebs geimpft worden. Damit habe der erste von 200 Patienten in den USA, Deutschland und Belgien Phase 2 der Studie erreicht.

Der Krebsimpfstoff BNT122 basiert laut Biontech - wie der Covid-Impfstoff - auf der mRNA-Technologie. Die Studie soll zeigen, ob der Krebs-Impfstoff verhindern kann, dass sich nach einer Darmkrebserkrankung nach einigen Jahren neue Tumorherde bilden. Das Besondere an dieser Krebsbehandlung sei, dass der Impfstoff individuell auf jeden Patienten abgestimmt werden kann, so Biontech. Die Studie sei ein wichtiger Meilenstein bei der Erforschung von individualisierten Immuntherapien. Darmkrebs sei weltweit die zweithäufigste Krebserkrankung, der Bedarf an neuen Therapien sei daher hoch. Nach Unternehmensangaben wird es mehrere Jahre dauern, bis die Studie abgeschlossen ist.

Medizinische Grundlagenforschung Biontech-Forschende erhalten Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstädter-Preis

Özlem Türeci, Ugur Sahin und Katalin Kariko vom Mainzer Unternehmen Biontech erhalten den renommierten Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstädter-Preis für medizinische Grundlagenforschung.  mehr...

So funktioniert der neue mRNA-Impfstoff von Biontech

Stichwort: Wie funktionieren mRNA-Impfstoffe? (Stand 4.11.2020)

Klassische Impfstoffe enthalten meist abgeschwächte Viren oder Teilstücke davon. Sie rufen dann im Körper die gewünschte Abwehrreaktion gegen den Erreger hervor. Bei den neuen genbasierten Impfstoffen ist das anders: hier steckt gar kein Virusmaterial im Impfstoff. Stattdessen liefert die Spritze nur den Bauplan für ein bestimmtes, ungefährliches Virusprotein. Das funktioniert mit Hilfe sogenannter messenger RNA, kurz mRNA – also über einen Botenstoff für Erbinformation. Biontech und andere Hersteller zielen dabei auf das sogenannte Spike-Protein. Das ist die stachelige Hülle des Corona-Virus. Dieses Protein stellt der Körper nach der Impfung dann eigenständig her. Das Immunsystem bildet daraufhin Abwehrstoffe gegen den Eindringling und soll danach vor Sars-Cov2 geschützt sein. Bisher ist allerdings weltweit noch kein einziger Impfstoff dieser Art zugelassen. Der neue, genbasierte Ansatz gilt als besonders elegant: denn jeder Geimpfte produziert das entscheidende Wirk-Element selbst, im eigenen Körper. Deshalb können Pharmafirmen wie Biontech in Mainz, Curevac in Tübingen und das US-Unternehmen Moderna ihre mRNA-Impfstoffe auch schneller herstellen als bei klassischen Impfverfahren. Allerdings haben Impfstoffe mit Boten-RNA einen entscheidenden Nachteil: sie müssen extrem kalt gelagert werden. Bei Moderna sollen es – 20 Grad Celsius sein, Biontech geht derzeit von minus 70-80 Grad aus. Bei normaler Kühlschranktemperatur hält der Biontech-Impfstoff bisher nur fünf Tage.  mehr...

Impfung gegen COVID-19 Biontech strebt Impfstoff-Zulassung für 5 bis 11-Jährige an

Biontech und Pfizer wollen schnellstmöglich eine Zulassung ihres Impfstoffs für Kinder von 5 bis 11 Jahren beantragen. Nutzen und Risiken sollten dabei aber genau abgewogen werden.  mehr...

STAND
AUTOR/IN