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Der Corona-Impfstoff des Mainzer Pharma-Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer kann ab Mittwoch an die EU-Staaten ausgeliefert werden. Das gab Biontech auf einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz bekannt.

In den kommenden fünf Tagen sollten alle EU-Länder, die Impfdosen bestellt haben, diese auch erhalten, sagte Biontech-Chef Ugur Sahin am Dienstag. Insgesamt seien das bis Ende des Jahres 12,5 Millionen Dosen. 1,3 Millionen davon gingen nach Deutschland.

Corona-Impfung ab Sonntag möglich

Vorstandsmitglied Sean Marett erklärte, "wir haben einen sehr engen Lieferplan für alle europäischen Länder." Der Impfstoff werde am Samstag in alle EU-Länder geliefert, so dass ab Sonntag mit Impfungen begonnen werden könne. In Deutschland wird er in 25 Verteilzentren gebracht, von wo aus er weiter in die 294 Landkreise verteilt wird. Im Laufe des kommenden Jahres will Biontech 1,3 Milliarden Impfdosen herstellen, ab Februar auch im hessischen Marburg.

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"Virus begleitet Menschen die nächsten zehn Jahre"

Dennoch warnte Biontech-Chef Sahin, dass das noch nicht die Rückkehr zur Normalität bedeute. Damit sei frühestens im Spätsommer zu rechnen. Normal in dem Sinne, dass die Infektionszahlen beherrschbar und keine Shutdowns mehr nötig seien, sagte Sahin. Er sagte weiter, das Coronavirus werde die Menschen die nächsten zehn Jahre begleiten. Man müsse sich daran gewöhnen, dass es immer wieder kleinere Ausbrüche geben werde.

"Um erfolgreich zu sein, hängt dies aber nicht nur von unserem Impfstoff ab, sondern auch von der Verfügbarkeit anderer Impfstoffe", sagte Sahin. Er rechne damit, dass nach der Zulassung weiterer Vakzine im ersten Halbjahr 2021 womöglich 60 bis 80 Prozent der Bevölkerung bis Herbst geimpft sein könnten.

Wahrscheinlicher Schutz gegen neue Virus-Variante

Bis spätestens Februar erwarte man zudem genauere Erkenntnisse darüber, inwieweit das Präparat die Menschen auch vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus schützen kann. Dazu würden die Daten derzeit geprüft, so Sahin weiter. Ob sein Impfstoff auch gegen die neue Corona-Variante schütze, wisse er noch nicht, so Sahin. Aus wissenschaftlicher Sicht sei dies aber sehr wahrscheinlich. Biontech prüfe dies gegenwärtig, Ergebnisse würden in den nächsten zwei Wochen erwartet. So lange gebe es keinen Anlass zur Sorge.

Der Impfstoff der Mainzer Firma und ihres US-Partners Pfizer war am Montag in der EU zugelassen worden. Er hat nach Angaben der Hersteller eine Wirksamkeit von rund 95 Prozent. Das bedeutet, dass unter den Probanden der geimpften Gruppe 95 Prozent weniger Covid-19-Erkrankungen auftraten als unter den Probanden der Kontrollgruppe.

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