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Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat zum ersten Mal in Deutschland eine Zulassung für die klinische Prüfung eines möglichen Impfstoffs gegen Corona erteilt. Den Zuschlag erhielt das Mainzer Unternehmen Biontech.

Wie das Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel am Mittwoch in einer Online-Pressekonferenz mitteilte, erhält das Mainzer Unternehmen Biontech die Genehmigung, seinen Wirkstoff an gesunden Freiwilligen zu testen. Biontech ist damit das erste deutsche Unternehmen, das vom bundeseigenen Paul-Ehrlich-Institut eine Zulassung für eine klinische Studie mit einem potentiellen Corona-Impfstoff erhält. Weltweit laufen bereits vier Studien.

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Vier mögliche Impfstoffe werden getestet

In der ersten Phase werde ein möglicher Covid-19-Impfstoff an 200 gesunden Personen getestet, sagte der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts, Klaus Cichutek, am Mittwoch in einer Videopressekonferenz. Im Vordergrund stehe die Frage nach der Verträglichkeit. Nach Angaben von Biontech-Chef Uğur Şahin testet das Unternehmen vier mögliche Impfstoffe. Ein Impfstoff stelle die einzige dauerhafte Lösung gegen die Covid-19-Pandemie dar. Weitere Untersuchungen sollen nach Unternehmensangaben in den USA und China folgen.

Impfstoffdosen bis Ende des Jahres

Biontech hat nach eigenen Angaben "rapide Fortschritte" bei der Entwicklung eines Impfstoffes gegen das Coronavirus gemacht. In Zusammenarbeit mit dem Pharmakonzern Pfizer wolle man einen Impfstoff finden, der idealerweise weltweit eingesetzt werden könne. Es sei theoretisch möglich, schon bis Ende 2020 Millionen von Impfstoffdosen zur Verfügung zu stellen. Dass bereits in diesem Jahr ein erster zugelassener Impfstoff für die allgemeine Bevölkerung bereit steht, hält der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts Cichutek allerdings für unwahrscheinlich.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte in Berlin, es sei ein "qualitativer Schritt", dass die Impfstoffentwicklung in Deutschland so weit ist, dass eine klinische Studie beginnen könne. Gleichzeitig warnte er vor übersteigerten Erwartungen. Es werde noch Monate dauern, bis ein erprobter Impfstoff zur Verfügung stehe, sagte Spahn.

Bauanleitung zum Schutz gegen das Coronavirus

Biontech hat seinen Hauptsitz in der Mainzer Oberstadt und forscht auf dem Gebiet der Impfstoffe und Krebsmedikamente. Hinter den Impfstoff-Kandidaten gegen das Coronavirus steckt die sogenannte mRNA-Technologie, so SWR-Wissenschaftsredakteurin Anja Braun. Die Kernidee dahinter: Der Impfstoff enthält nicht das Corona-Antigen selbst, sondern liefert dem Körper nur eine Art Bauanleitung, sodass er den Schutz gegen das Virus selbst herstellen kann. Bisher gibt es weltweit noch keinen genbasierten Impfstoff, der schon zugelassen ist.

Schnell viele Impfstoffeinheiten

Diese Art, Impfstoffe herzustellen, habe den Reiz, besonders schnell durchführbar zu sein, so Anja Braun. Außerdem könnten so in kurzer Zeit sehr viele Impfstoffeinheiten produziert werden. Schon im Januar wurde bei Biontech ein Team von Mitarbeitern zusammen gestellt, das seither durchgehend - 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche in drei Schichten - an der Entwicklung eines Impfstoffs arbeitet. Außerdem arbeitet Biontech eng mit dem chinesischen Unternehmen Fosun Pharma zusammen.

Biontech ist weltweit vernetzt

Weltweit arbeiten nach Angaben des Unternehmens etwa 1.700 Menschen für Biontech. Namhafte Partner aus der Wirtschaft sind unter anderem der französische Pharmakonzern Sanofi, der Chemiekonzern Bayer oder das amerikanische Pharmaunternehmen Pfizer. Auch die Bill-Gates Stiftung hat schon in die Mainzer Biotechfirma Biontech investiert.

Das Unternehmen ist an der Börse notiert. Zu den größten Aktionären zählt die Familie Strüngmann aus Oberbayern. Weitere Standorte in Deutschland befinden sich in Idar-Oberstein im Kreis Birkenfeld, in Berlin, in Martinsried und Neuried in Bayern. Der amerikanische Standort befindet sich in San Diego, Kalifornien.

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