Training für Einsatzkräfte

ASB übt Katastrophenfall im Mainz-05-Stadion

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Ein Sportboot brennt, im Stadion explodiert eine Gasflasche: In Worms und Mainz haben Katastrophenschutzübungen stattgefunden. Der Arbeiter-Samariter-Bund probte den Ernstfall.

Diesmal wurde im Stadion von Fußball-Bundesligist FSV Mainz 05 ein Ernstfall simuliert. Mehr als 630 ehrenamtliche und hauptamtliche Kräfte des ASB aus ganz Deutschland waren im Einsatz. Aus Rheinland-Pfalz kamen insgesamt 150 Einsatzkräfte. Außerdem waren 40 internationale Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Südtirol und Österreich dabei.

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Das Szenario: In einem Imbiss im Gästeblock gab es eine Gas-Explosion. Einige Fans konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen, andere warteten im Block auf Hilfe. Rettungsfahrzeuge, Rettungshunde und eine Drohnenstaffel waren im Einsatz. Per Triage werden die Verletzten nach Verletzungsgrad sortiert.

Die Absprachen haben gekappt, so das Fazit der Geschäftsführerin der Einsatzdienste des ASB, Edith Wallmeier, am Ende der Übung. Die Verantwortlichen zeigten sich zufrieden. Einziger Makel: Es gab drei Verletzte - also tatsächlich Verletzte. Einer der Rettungskräfte verletzte sich am Knie, zwei der Statisten mussten mit Hitzschlag ins Krankenhaus gebracht werden.

Boot brennt, Menschen im Wasser - Übung in Worms

Bei einer ersten Großübung im Hafenbecken am Floßhafen in Worms am Freitagnachmittag hatten rund 40 Ehrenamtliche des ASB einen Einsatz auf dem Rhein simuliert.

Das Szenario: Bei einer Party auf einem Sportboot bricht ein Feuer aus. Die Gäste geraten in Panik, springen teilweise ins Wasser und müssen vor dem Ertrinken gerettet werden. Die acht Verletzten wurden von den Mitgliedern der DLRG Worms gespielt. Das Rettungsteam stammte von der Wasserrettungsstaffel Berlin.

So lief die Übung ab

Eine Rauchmaschine simulierte den Brand auf dem Boot. Kurz darauf sprangen die Gäste auf dem Boot in den Rhein. Der Kapitän alarmierte die Rettungskräfte. Zuerst flog eine Drohne des ASB Worms heran. Sie warf sogenannte Auftriebsmittel ab. Das sind kleine, gelbe eckige Luftkissen.

Die Rettungskräfte bringen mit einem Jetski Rettungsringe für die Menschen im Wasser. (Foto: SWR, Jürgen Wolff)
Die Rettungskräfte bringen mit einem Jetski Rettungsringe für die Menschen im Wasser. Jürgen Wolff

Kurz danach kamen Rettungskräfte mit Jetskis. Sie brachten Rettungsringe. Die Menschen im Wasser nahmen die Ringe und hielten sich an den Jetskis fest. Dann erreichte das Boot des Katastrophenschutzes die Unglücksstelle und fuhr an das Partyboot heran. Dessen Besatzung kümmerte sich um den Kapitän, der auf dem Partyboot geblieben war.

In der Zwischenzeit kamen zwei weitere ASB-Boote mit je einem Rettungsschwimmer an Bord. Die beiden wurden mit einem Seil gesichert, sprangen ins Wasser und retteten eine Person nach der anderen aus dem Rhein. Die Boote brachten dann die Verletzten ans Ufer an den Festplatz Kesselwiese, wo sie weiter versorgt wurden. Unterdessen wurde das havarierte Partyboot ans Ufer gezogen.

Die Verantwortlichen des ASB Bundesverbandes waren nach der Großübung sehr zufrieden. Alles sei nach Plan gelaufen, so die Pressesprecherin.

Parallel zur Übung Infostände über Katastrophenschutz

Mitarbeiter des ASB zeigen eine Drohne, die sie bei ihren Einsätzen benutzen.  (Foto: SWR, Jürgen Wolff)
Mitarbeiter des ASB zeigen eine Drohne, die sie bei ihren Einsätzen benutzen. Jürgen Wolff

Für Menschen, die sich für das Thema interessieren gab es in der Nähe des Einsatzortes, auf der Wormser Kisselswiese, eine Themenmeile. Hier konnte sich jeder über die verschiedensten Aspekte zum Thema Bevölkerungs- und Katastrophenschutz informieren.

Großübung ist Training für die Einsatzkräfte

Der ASB-Bundesvorsitzende Knut Fleckenstein erklärt, dass solche Großübungen sehr wichtig seien. Die Einsatzkräfte könnten ihr Können und ihr Fachwissen unter möglichst realistischen Bedingungen einsetzten und die Zusammenarbeit mit anderen erproben.

"Bei einem Unfall mit vielen Verletzten oder im Katastrophenfall kommt es auf schnelle Hilfe an. Da muss alles Hand in Hand gehen."

Der ASB will mit der Großübung auch den Bürgerinnen und Bürgern zeigen, wie wichtig der Bevölkerungsschutz ist.

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