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Nun ist es amtlich: Das bei einem Unfall am Autobahndreieck Mainz im Januar getötete Tier war ein Wolf. Das teilte das rheinland-pfälzische Umweltministerium mit und nannte weitere Details.

Die Analysen hätten ergeben, dass es sich um einen Rüden aus der Alpenpopulation handelte. Das Tier sei zuvor noch nicht nachgewiesen worden, das Herkunftsrudel ist nicht bekannt. Nun sei dem Wolf, wie bei jedem nachgewiesenen Wolf in Deutschland üblich, eine sogenannte Individuenbezeichnung gegeben worden: GW1478m

Das Umweltministerium geht davon aus, dass es sich um ein einzelnes, wanderndes Tier handelte, welches beim Versuch, die Autobahn zu überqueren, erfasst und überfahren wurde.

Senckenberg Gesellschaft in Frankfurt lieferte Beweis

Die Bestätigung erfolgte, wie bei allen genetischen Proben in Wolfsverdachtsfällen in Deutschland, durch die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung in Frankfurt. Derzeit laufen am Internationalen Wildtierzentrum in Berlin weitere Untersuchungen, um nähere Umstände, wie zum Beispiel die genaue Todesursache, zu klären.

Vermutlich 14 Wölfe in Rheinland-Pfalz

Mit diesem Wolf klettert die Zahl der in Rheinland-Pfalz nachgewiesenen Exemplare auf 27, dahinter stecken vermutlich zehn bis 14 Einzeltiere - sprich einige Exemplare wurden mehrfach nachgewiesen. Zwei Fähen - weibliche Tiere - sind höchstwahrscheinlich im Land sesshaft geworden: die eine am Stegskopf im Westerwald, die andere in der Nähe von Bad Hönningen (Kreis Neuwied).

Wölfe sind scheue Tiere, die Menschen eher meiden. In verdichteten Räumen und besiedelten Bereichen halten sie sich in der Regel nicht länger auf, sondern durchqueren diese nur gelegentlich als Durchzügler. Dabei können sie als hochmobile Art bis zu 80 km täglich zurücklegen. Aufgrund der hohen Verkehrsdichte werden sie dabei häufig wie in diesem Fall Opfer von Autounfällen.

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