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Wohnen in Mainz ist teuer. Mieten und Eigenheime sind für viele unbezahlbar, da müssen kreative Ideen wie Baugemeinschaften her. Drei davon können jetzt im neuen Heilig-Kreuz-Viertel ihr Wohnkonzept verwirklichen.

Michael Grünert strahlt bis über beide Ohren. Mehr als zwei Jahre Arbeit liegen in dicken Aktenordnern vor ihm auf dem Tisch – darin enthalten ist auch das eigene Wohnkonzept seiner Baugemeinschaft „49 Grad Nord“.

Der Bauplan des neues Stadtviertels (Foto: Mainzer Stadtwerke )
Im Baufeld 11 im Heilig-Kreuz-Viertel (siehe roter Rahmen) dürfen die ingesamt drei Baugemeinschaften ihre Wohnkonzepte realisieren. Mainzer Stadtwerke

Grünert gehört zu einer Gruppe von Mainzer Privatleuten, die aktuell einen gemeinsamen Bauantrag an die Stadt Mainz übergeben haben. Es geht um ein Baufeld im Zentrum des neuen Heilig-Kreuz-Viertels, das zurzeit auf dem ehemaligen IBM-Gelände in Mainz entsteht.

"Rundum bunt"

Knapp 30 Leute sind mittlerweile an Bord der Baugemeinschaft "49 Grad Nord", eine von drei Stück. Angefangen habe alles mit vier Leuten und der Idee einer verlässlichen Nachbarschaft, die sich gegenseitig hilft, aber trotzdem keine große WG ist, erklärt Grünert. Jeder soll seinen eigenen Rückzugsbereich haben, alles soll barrierefrei und die Gruppe vielfältig sein. Auf dem Logo von „49 Grad Nord“ steht „Rundum bunt“.

Viele Gemeinschaftsbereiche

Die beiden Hauptinitiatoren der Baugemeinschaft sind 30 und 60 Jahre alt und haben unterschiedliche Berufe und Hintergründe. Zentrum ihres generationenübergreifenden Zusammenlebens sollen Gemeinschaftsbereiche sein, wie etwa eine große 120qm-Wohnung, die die Gruppe zusammen gestaltet. Außerdem soll es eine Werkstatt im Keller und eine gemeinsame Dachterrasse geben. Darüber hinaus stand auch das Thema Nachhaltigkeit auf ihrem Zettel, erzählt Grünert. Sie werden ein Passivhaus ohne Fernwärme bauen.

Stadt überzeugt

Die Stadt Mainz freut sich über die gemeinschaftsorientierten Konzepte der Gruppen. Nach Angaben von Baudezernentin Marianne Grosse (SPD) passten sie genau zu dem, was sich auch die Verwaltung für das Heilig-Kreuz-Viertel vorgestellt hat.

Michael Grünert von der Baugemeinschaft "49 Grad Nord" freut sich jetzt schon auf die Einweihungsfeier. Denn dann wird das alternative Wohnkonzept, das er und seine Mitstreiter sich erträumt haben, wahr werden und - so der Plan - für gute Nachbarschaft im Mainzer Heilig-Kreuz-Viertel sorgen.

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