Am frühen Freitagmorgen war der Westring in Mainz-Mombach rund um den Tatort abgesperrt. Die Spurensicherung war im Einsatz. (Foto: SWR, C. Lutz)

Immer mehr Geldautomatensprengungen

Banken in Rheinhessen-Nahe rüsten Geldautomaten ständig nach

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Markus Volland

Die Fälle von Geldautomatensprengungen häufen sich. Vor wenigen Tagen erst gab es einen Fall im hessischen Hofheim. Die Täter gehen immer brachialer vor, Banken und Sparkassen verbessern ihre Abwehrtechnik deshalb ständig.

Die Täter kommen aus den Niederlanden und fahren schnelle Autos, um leicht flüchten zu können. Sie üben an eigenen Geldautomaten, die sie sich beschafft haben, um an das Geld in den Automaten der Banken heranzukommen.

Mainz/Trier

Experte des Landeskriminalamtes im Gespräch Warum in Rheinland-Pfalz so viele Geldautomaten gesprengt werden

Bastian Kipping ist Kriminaloberkommissar des Landeskriminalamtes in Rheinland-Pfalz. Er weiß, woher die Täter kommen, die dieses Jahr 54 Geldautomaten in die Luft gejagt haben.

Im Ernstfall ist eine solche Sprengung dann in drei Minuten erledigt, heißt es von den Experten beim Landeskriminalamt. Wenn es länger dauert, müssen die Täter befürchten, gefasst zu werden, dann verschwinden sie lieber. Es geht also um Zeit.

Mainzer Volksbank setzt auch auf Nebel

Es gibt verschiedene Möglichkeiten einen Geldautomaten zu sichern. Die Mainzer Volksbank setzt nach eigenen Angaben beispielsweise auch auf die sogenannte Vernebelungstechnik. Wird an dem betreffenden Geldautomaten manipuliert, strömt dichter Nebel aus und erschwert die Sicht in der Filiale. Die Täter können nichts mehr sehen und flüchten.

Darauf haben sich die Geldautomatensprenger inzwischen allerdings eingestellt. Statt Gas nehmen sie jetzt festen Sprengstoff, das beschleunigt die Tat.

Vor einem Jahr war die SB-Filiale der Mainzer Volksbank in Gensingen von einer Automatensprengung betroffen. Das Gebäude musste komplett saniert werden. Vor kurzem wurde die SB-Filiale wiedereröffnet. Von 24:00 Uhr bis 5:00 Uhr ist sie aber, wie andere auch, geschlossen.

Volksbank Alzey-Worms äußert sich nicht konkret

In den Geldautomaten der Selbstbedienungsfilialen der Volksbank Alzey-Worms werden ebenfalls verschiedene Sicherheitsmaßnahmen eingesetzt. Das sei abhängig vom Standort und dem Grad der Gefährdung, heißt es in der Antwort auf eine SWR-Anfrage. Konkreter möchte sich die Bank aus taktischen Gründen nicht äußern, um potentiellen Tätern keine Hinweise zu geben.

Fünf Mal ist die Volksbank Alzey-Worms in der Vergangenheit Opfer von Sprengungen geworden, zuletzt 2021 in Flonheim. Der Gebäudeschaden war damals höher als die Beute. Schon seit längerem schließt die Bank ihre SB-Foyers zwischen 23:00 Uhr und 5:00 Uhr. 

Sparkasse Rhein-Nahe hält an SB-Filialen fest

Erst kurz vor dem Jahreswechsel war die Sparkasse Rhein-Nahe mit ihrer SB-Filiale in Simmertal überfallen worden. Das Gebäude wurde dabei so schwer beschädigt, dass nun der Abriss vorbereitet werde, teilte die Bank auf Anfrage mit. Die Sparkasse Rhein-Nahe war mit Taten in Ockenheim und Kirn bereits zuvor betroffen.

An den Öffnungszeiten werde aber momentan noch festgehalten, heißt es. Auch sei nicht vorgesehen SB-Filialen zu schließen. Man stehe aber in regelmäßigem Kontakt mit der Polizei und dem Landeskriminalamt, um auf aktuelle Ereignisse zeitnah reagieren zu können.

Rheinhessen Sparkasse setzt auch auf Farbpatronen

Vier Mal wurde in der Vergangenheit versucht, Geldautomaten in Filialen der Rheinhessen Sparkasse zu sprengen. Die Schäden an den Gebäuden waren dabei enorm, so ein Sprecher. Die Automaten seien inzwischen mit der Vernebelungstechnik ausgestattet, außerdem mit Farbpatronen. Diese explodieren, wenn an den Automaten manipuliert wird.

Die Täter nehmen aber inzwischen auch mit Farbe besprühtes Geld mit, auch dafür gebe es Abnehmer, heißt es vom Landeskriminalamt. Auch die SB-Filialen der Rheinhessen-Sparkasse sind teilweise nachts geschlossen.

Mainz

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