Blick über die Stadt Bingen  (Foto: dpa Bildfunk, Frederik von Erichsen)

Knapper Wohnraum

Bald kein Platz mehr für Ukraine-Flüchtlinge in Bingen

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Lucretia Gather

Die Stadt Bingen befürchtet, Geflüchteten aus der Ukraine bald keine Wohnungen mehr anbieten zu können. Stattdessen müssten sie in einer Halle untergebracht werden.

Der angespannte Wohnungsmarkt sei fast ausgeschöpft. "Es wird jetzt wirklich eng", sagt der SPD-Sozialdezernent Sebastian Hamann auf SWR-Anfrage. Bisher sei das Ziel der Stadt gewesen, Flüchtlinge aus der Ukraine nicht in Sammelunterkünften unterzubringen.

Man habe immer versucht, den Menschen "angenehme und vernünftige Lebensverhältnisse" anzubieten - das heißt, eine eigene Wohnung. Doch das werde wohl in Zukunft nicht mehr für alle möglich sein. Inzwischen gebe es kaum noch Wohnungen, vor allem nicht in unteren Preislagen.

"Wir sind bis zum Anschlag voll."

Nicht mehr für alle eine eigene Wohnung

Die Stadt richtet deshalb jetzt die Rheinauen-Halle im Stadtteil Gaulsheim als Sammelunterkunft her, in Absprache mit dem Landkreis Mainz-Bingen. Denn der Sozialdezernent rechnet damit, dass in den kommenden Wochen und Monaten noch mehr Menschen aus der Ukraine in Bingen Zuflucht suchen werden. Seit Beginn des Krieges sind bereits 220 Familien und Einzelpersonen aus dem Kriegsgebiet in Bingen angekommen.

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Unter den Geflüchteten seien auch viele Familien mit Kindern. Sie bräuchten nicht nur eine Wohnung, sondern auch Kita- und Schulplätze sowie Freizeitmöglichkeiten und Angebote, Deutsch zu lernen. "Auch hier stoßen wir inzwischen an unsere Grenze", sagt Hamann. Denn Kita-Plätze habe es schon vor der Flüchtlingswelle zu wenige gegeben.

Ähnlich eng sieht es in der Verwaltung aus, berichtet Hamann. Das Sozialamt sei ohnehin unterbesetzt. Seit Beginn des Ukraine-Krieges habe das wenige Personal noch mehr zu tun. Nicht nur mit den Anträgen der Geflüchteten - auch mit zunehmenden Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern, die wegen der Energiekrise auf Sozialleistungen angewiesen seien.

Sorge vor den kommenden Monaten

Und der Sozialdezernent ergänzt: Was nicht vergessen werden dürfe, neben den Ukraine-Flüchtlingen gäbe es ja auch noch die Geflüchteten aus anderen Krisen-Region der Welt, etwa aus Afghanistan oder Syrien.

In Bingen seien zur Zeit 110 Asylanträge von Menschen aus diesen Ländern in Bearbeitung. Sebastian Hamann sagt, er blicke mit Sorge auf die kommenden Monate. Aber stellt auch klar: "Wir können und wollen auch niemanden wegschicken!"

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