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Die Corona-Verordnung wurde gelockert, die Inzidenzen sind niedrig, viele Menschen wollen mal wieder Spaß haben. Doch den Jahrmarkt wird man wohl im Kalender streichen müssen.

Wie feiert man ein Volksfest unter Corona-Bedingungen? Darüber hat sich der Marktausschuss in Bad Kreuznach Gedanken gemacht. Und es sieht danach aus, dass sich ein solches Vorhaben recht schwierig gestaltet. Eine endgültige Entscheidung soll im Stadtrat am kommenden Donnerstag fallen.

Jahrmarkt und Corona passen nicht

Mitglieder des Marktausschusses, die Fraktionsvorsitzenden der Parteien im Bad Kreuznacher Stadtrat sowie Vertreter der Schausteller sind sich offenbar einig, dass es in der momentanen Corona-Situation kaum möglich ist, den Jahrmarkt stattfinden zu lassen.

Das macht die Umsetzung schwierig

Vor allem die Einhaltung der derzeit geltenden Corona-Rechtsverordnung des Landes Rheinland-Pfalz ist laut Ron Budschat, dem Leiter der Stabsstelle Corona der Kreisverwaltung Bad Kreuznach, das größte Problem. Demnach dürften etwa 50 Prozent der sonst üblichen Besucherzahl auf das Gelände. Da an einem Jahrmarkt-Samstag im Schnitt etwa 18.000 Menschen auf der Pfingstwiese sind, wären das in diesem Jahr also um die 9.000 Besucher.

Alle Beteiligte sind sich jedoch einig, dass diese Zahl viel zu hoch wäre. Denn die Besucherinnen und Besucher müssten kontrolliert werden: Sind sie geimpft, genesen oder getestet?

Pfingstwiese müsste eingezäunt werden

Um diese Kontrollen möglich zu machen, müsste das Festgelände in Bad Kreuznach komplett eingezäunt werden. Und man bräuchte Ein- und Ausgänge. Ordnungsdienste müssten sicherstellen, dass es dort dann nicht zu größeren Menschenansammlungen kommt. All das, so Budschat, sei nicht zu leisten.

Tradition des Jahrmarktes soll erhalten bleiben

Außerdem wolle man sich die Tradition und die Kultur des Bad Kreuznacher Jahrmarktes nicht durch solch eine abgespeckte Version kaputtmachen lassen, sagten mehrere Mitglieder des Stadtrates. Dann wolle man in diesem Jahr lieber auf den Jahrmarkt verzichten und dafür im kommenden Jahr größer und vielleicht auch länger feiern.

"Nix wie enunner"

Eigentlich sollte es am 20. August 2021 auf der Pfingstwiese los gehen. Der Bad Kreuznacher Jahrmarkt ist nach Angaben der Stadt eines der ältesten Volksfeste in Deutschland. Das Motto "Nix wie enunner" steht für fünf Tage Kirmes mit Riesenrad, Autoscooter und Geisterbahn. Es steht aber auch für Treffen mit Freunden und Verwandten. Bereits im vergangenen Jahr hatte das Coronavirus dem Treiben ein Strich durch die Rechnung gemacht. Damals wurden sogenannte Jahrmakt@Home-Pakete verkauft. Da waren Jahrmarktsklassiker wie gebrannte Mandeln, Lebkuchenherzen und Nahewein drin.

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