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Die Autobahnen A61 zwischen Bad Kreuznach und Alzey und A63 zwischen Nieder-Olm und Biebelnheim haben keine Geschwindigkeitsbegrenzung. Raser nutzen sie deshalb, um ihre PS-starken Autos auszuprobieren. Die Polizei hat die Kontrollen deshalb verstärkt.

Fast schnurgerade sind die beiden Autobahnen A61 und A63 in diesen Bereichen, sie laden zum Gas geben förmlich ein. Jeweils davor und danach gibt es aber ein Tempolimit, und das verlieren viele offenbar aus den Augen. "Wir sind dort täglich mit unserem zivilen Messfahrzeug unterwegs", sagt Rene Nauheimer, Leiter der Autobahnpolizei Heidesheim. "Die Raserei dort wird zu einem immer größeren Problem".

"Wir holen die direkt raus und dann gibt es eine Anzeige"

Rene Nauheimer, Leiter der Autobahnpolizei Heidesheim

Die Polizei ist mit sogenannten ProViDa-Fahrzeugen unterwegs. PS-starke Autos, die von außen nicht zu erkennen sind. Sie sind mit Kameras ausgestattet, zeichnen die Geschwindigkeit und den Abstand auf - gerichtsfest, das heißt, sie gelten vor Gericht als Beweis.

Ein Blitzer in Form eines Autoanhängers am Autobahnrand (Foto: Pressestelle, Polizei)
Die Polizei kontrolliert auch mit diesen mobilen Blitzern. Pressestelle Polizei

In den meisten Fällen werden die Raser aber direkt angehalten. "Dann werden hohe Bußgelder fällig", sagt Nauheimer. Bei extremen Fällen würden die Autos auch beschlagnahmt. "Vor wenigen Jahren wurde der Wagen eines Schweizers eingezogen und erst nach neun Monaten und einem satten Bußgeld wieder zurückgegeben", erzählt der Leiter der Autobahnpolizei Heidesheim.

Illegale Autorennen entstehen spontan

Das Unfallfahrzeug mit zerstörter Front (Foto: Pressestelle, Polizei)
Bei dem Unfall am Karfreitag wurden zwei Frauen schwer verletzt. Pressestelle Polizei

Vor kurzem hatte es einen schweren Unfall auf der A63 bei Biebelnheim im Kreis Alzey-Worms gegeben. Ein PS-starkes Auto war auf einen Kleinwagen aufgefahren, darin wurden zwei Frauen schwer verletzt. Polizei und Staatsanwaltschaft untersuchen, ob es sich dabei um ein illegales Autorennen gehandelt hat. Der Verdacht besteht, weil ein weiteres, hochmotorisiertes Auto daran beteiligt gewesen sein soll. "Zu solchen illegalen Rennen kommt es meistens spontan", sagt Rene Nauheimer. "Einer überholt den anderen, dann kommt Eitelkeit oder Angeberei dazu und schon rasen beide mit über 200 Sachen über die Autobahn." Dabei würden häufig Unbeteiligte gefährdet.

"Anzeigen wegen Nötigung gehören zum Tagesgeschäft"

Alexander Kolb, Leiter der Autobahnpolizei Gau-Bickelheim

Illegale Autorennen oder maßlose Raserei bekommt die Polizei in den meisten Fällen gar nicht mit. Häufig fänden sie auch nachts statt, wenn die Autobahnen leer seien, heißt es. Wenn solche Aktionen allerdings tagsüber ablaufen, kann die Polizei reagieren. "Wir bekommen fast täglich Hinweise von Autofahrerinnen und Autofahrern, die von anderen genötigt wurden", sagt Alexander Kolb, Leiter der Autobahnpolizei Gau-Bickelheim. Dazu gehörten zu dichtes Auffahren, Lichthupe oder Abdrängen. "Wenn dann noch ein Beifahrer ein Foto macht und als Beweis mitschickt, werden wir aktiv", so Kolb. Dann werden Anhörungsbögen verschickt, die Betroffenen zu Vernehmungen einbestellt, nicht selten kommt es sogar zu Gerichtsverhandlungen. Vor allem bei illegalen Autorennen hat der Gesetzgeber reagiert. Inzwischen besteht die Möglichkeit, auch Haftstrafen zu verhängen.

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