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Bundesweit haben sich am Wochenende zahlreiche Menschen zu stillen Demonstrationen gegen Rassismus und Polizeigewalt in den USA versammelt. Allein am Mainzer Rheinufer zählte die Polizei rund 2.500 Menschen.

Die Protestierenden erinnerten mit ihrer Aktion an den Afroamerikaner George Floyd, der bei einem gewaltsamen Polizeieinsatz in den USA ums Leben kam. Viele von ihnen knieten schweigend für acht Minuten und 46 Sekunden. So lange hatte ein Polizist sein Knie auf den Hals von Floyd gesetzt.

Aktionen in Mainz, Trier und Kaiserslautern

Da mit rund 2.500 Menschen die Zahl der erlaubten Teilnehmer in der Corona-Zeit um das zehnfache überschritten worden sei, sei die Demo eher aufgelöst worden, hieß es von der Polizei. In Trier kamen ebenfalls viele zum Protest zusammen, hier zählten die Beamten am Samstag rund 600 Menschen.

Am Sonntag gab es in der Moselstadt eine weitere Gedenkfeier für Opfer von Rassismus, zu der sich rund 120 Menschen trafen. In Kaiserslautern demonstrierten am Sonntag laut Polizei etwa 300 Teilnehmer friedlich. Obwohl der Andrang meist größer war als die Zahl der ursprünglich erwarteten Personen, meldeten die Einsatzkräfte keine größeren Probleme oder Verstöße gegen Hygieneregeln wegen der Corona-Krise.

Dreyer meldet sich, 05er-Spieler Kunde kniet

Auch die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) meldete sich zu Wort: "Rassismus tötet! Nicht nur in Amerika" erklärte sie am Samstag: "Wir kennen Alltagsrassismus, und wir erleben brutale Auswirkungen, wie die Attentate von Halle oder Hanau zeigen. Ich danke denjenigen, die heute dagegen aufstehen und die jeden Tag leben, dass die Würde des Menschen unantastbar ist. Und zwar jedes Menschen."

Ein Zeichen setzte der Mainzer Torschütze Pierre Kunde nach der 2:0-Führungen im Bundesliga-Spiel bei Eintracht Frankfurt. Der Kameruner ging nach dem Treffer in der 77. Minute auf ein Knie - mit dieser Geste hatte 2016 bereits Footballprofi Colin Kaepernick in den USA gegen Polizeigewalt und Rassismus protestiert.

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