Zweckverband will Strafe verhängen Zugausfälle wegen fehlender Lokführer am Mittelrhein

Seit April fallen viele Züge auf den Strecken am Mittelrhein und in Rheinhessen aus. Der Grund: das Bahnunternehmen Trans Regio hat zu wenig Lokführer. Der Zweckverband Schienenpersonennahverkehr droht jetzt mit Strafen.

Ein Lokführer im Führerhaus  (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Der Mangel an Lokführern beim Bahnunternehmen transregio führt zu Zugausfällen. Symbolfoto: dpa Picture Alliance

Wer mit der MittelrheinBahn zwischen Koblenz und Mainz fahren will, der sollte vorher den Fahrplan im Internet überprüfen. Das Unternehmen Trans Regio listet dort aktuell fünf Züge auf, die nicht fahren, weil ein Zugführer kurzfristig erkrankt sei. Seit April schon fallen immer wieder Züge aus, Grund dafür sei die schlechte Personalsituation.

Es sind ein paar Menschen krank geworden, es sind aber vor allem auch viele Menschen auf den freien Markt gegangen und haben das Unternehmen gewechselt. Diese Kombination (...) hat uns in Verbindung mit einem grundsätzlichen Unterbestand überfordert.

Ingo Pfundstein, Trans Regio-Geschäftsführer

Es sei nahezu unmöglich, noch in diesem Jahr genügend neue Lokführer zu bekommen, um den Bedarf zu decken, sagt Ingo Pfundstein, Trans Regio-Geschäftsführer. Und das, obwohl das Unternehmen in diesem Jahr 70 neue Lokführer ausbildet.

Schülerinnen verpassen Unterricht

Leidtragende sind vor allem Pendler und Schüler aus Mainz und Rheinhessen sowie entlang des Rheins bis nach Koblenz. Denn es fallen sogar auch Züge aus dem Ersatzfahrplan aus. An der Binger Hildegardisschule beispielsweise seien bis zu 150 Schülerinnen betroffen. Eine Jugendliche erzählt, sie habe einmal wegen der Verspätungen mehr als vier Stunden nach Hause gebraucht. Eine andere Schülerin berichtet, dass sie wegen des Zuspätkommens womöglich schlechtere Noten bekommt.

Harte Strafen angedroht

Der Zweckverband Schienenpersonennahverkehr mit Sitz in Kaiserslautern beobachtet die Siuation mit Sorge und zieht Konsequenzen.

Wir haben in den jüngeren Verkehrsverträgen auch verbindliche Personalvorgaben gemacht. (...) Wir haben Vertragsstrafen, wenn Personal nicht gestellt wird, auch nochmal deutlich erhöht.

Michael Heilmann, Direktor Zweckverband Schienenpersonennahverkehr

Die Strafen würden dem Bahnunternehmen Trans Regio weh tun. An der aktuellen Situation werden sie aber wohl nichts ändern. Michael Heilmann, Direktor Zweckverband Schienenpersonennahverkehr, rechnet damit, dass die Züge der MittelrheinBahn erst im nächsten Frühjahr wieder regulär fahren können.

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