Die Aale wurden in einer Plastiktüte an den Rhein gebracht. (Foto: SWR, L. Gather)

Tausende Glasaale vom Zoll beschlagnahmt Geschmuggelte Aale im Rhein ausgesetzt

Der Zoll am Frankfurter Flughafen hat tausende Glasaale beschlagnahmt. Für die Tiere gab es ein Happy End: Am Dienstagmittag sind sie bei Heidesheim im Rhein ausgesetzt worden.

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18:00 Uhr
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SWR Fernsehen RP

Die Tiere seien aus der freien Natur gefangen worden, teilte der Zoll am Montag mit. Vermutlich wurden sie aus Flussmündungen in Südeuropa entnommen - also Portugal, Spanien oder Frankreich. Die Aale sollten nach Vietnam geschmuggelt werden. Sie befanden sich im Koffer einer Reisenden. Die rund 5.000 Aale schwammen in acht mit Wasser gefüllten Kunststofftüten, die wiederum in Styroporboxen versteckt waren.

Der Röntgen-Scan des Schmuggel-Koffers (Foto: Zollfahndungsamt Frankfurt a.M.)
Der Röntgen-Scan des Schmuggel-Koffers Zollfahndungsamt Frankfurt a.M.

Einzigartige Aktion

Am Dienstagmittag wurden die jungen Aale in Heidesheim (Kreis Mainz-Bingen) in den Rhein ausgesetzt. In dieser Dimension sei das bislang einzigartig, erklärte der Zoll. Ein Aalspezialist des Landesamtes für Umwelt hatte die Stelle in Heidesheim zum Aussetzen ausgesucht, weil der Rhein dort seicht ist und nicht so schnell fließt.

Gefährdete Art

Die Population von Aalen in heimischen Gewässern ist stark rückläufig. An den europäischen Küsten kommen nur zirka ein bis zwei Prozent der Glasaale im Vergleich zu vor etwa 40 Jahren an. Vom Land Rheinland-Pfalz gibt es eine Aalschutz-Initiative, die sich insbesondere um das sichere Abwandern erwachsener Blankaale (laichbereite Aale) aus Saar und Mosel kümmert. Es werden jedes Jahr etwa sechs Tonnen Aale vor dem Eindringen in die Wasserkraftturbinen in Mosel und Saar abgefangen, um sie wohlbehalten in den Rhein auszusetzen.

Dass ihre Delikatessen in Deutschland blieben, dürfte der Reisenden aus Malaysia erst in Vietnam aufgefallen sein. Als ihr Koffer in Frankfurt beschlagnahmt wurde, saß sie schon im Flieger. Daher droht ihr auch zunächst keine Strafe durch den Zoll.

Drei Plastiksäcke, in denen Glasaale sind (Foto: Zollfahndungsamt Frankfurt a.M.)
Insgesamt acht solcher Plastiktüten mit Aalen befüllt hat die Frau versucht, nach Asien zu bringen. Zollfahndungsamt Frankfurt a.M.
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