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Wormser Dom Glocken werden in Stimmung gebracht

Am Samstag ist es soweit, die neuen Glocken im Wormser Dom werden das erste Mal offiziell läuten. Dafür mussten sie am Mittwoch erstmal "gestimmt" werden.

Günter Schneider ist Glockensachverständiger. Am Mittwochmittag ist er in den Lastenaufzug am Wormser Dom gestiegen und 60 Meter hoch in den Südturm gefahren - für die Endintonation und die Geläuteprüfung. Die Begriffe zeigen: Kirchenglocken sind eine Wissenschaft für sich. Das hat sogar einen eigenen Namen: Campanologie.

Um kurz nach halb eins war aus dem Südturm die erste Glocke zu hören. Sie heißt Petrus Faber. "Bei der Intonation wird geschaut, ob der Klöppel richtig anschlägt, die Anschläge pro Minute werden gezählt und der Läutewinkel kontrolliert", erzählt Schneider.

Turm darf nicht schwingen

Der Läutewinkel - das ist der Winkel, innerhalb dessen sich die neuen Glocken hin und her bewegen. Und das ist elementar wichtig, sagt Günter Schneider. "Der Läutewinkel wurde von einer Ingenieursgruppe festgelegt. Die haben vorher gemessen, welche Eigenschwingung der Turm hat."

Günter Schneider (Foto: SWR)
Günter Schneider ist Glockensachverständiger.

Der Turm dürfe durch die Glocken nicht in die Eigenschwingung geraten. Deshalb seien Läutewinkel und Anschläge pro Minute genau festgeschrieben. Ansonsten könnten der Turm oder das Kirchenschiff in Mitleidenschaft gezogen werden.

Pfingstsamstag ist Geläut-Premiere

Die fünf neuen Glocken im Wormser Dom wurden durch Spenden finanziert. Sie ergänzen die bisherigen drei Exemplare, die in der Nachkriegszeit dort eingebaut wurden, damals als Provisorium. Am Samstag werden die Glocken anlässlich des 1.000-jährigen Domjubiläums eingeweiht.

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