Ein smartphone mit den facebook-logo liegt auf einer Computertastatur (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)

Hasskommentare verbreitet Polizei ermittelt nach Gewalttat gegen Facebook-Nutzer

Die Wormser Kriminalpolizei ermittelt gegen mehrere Facebook-Nutzer. Sie hatten auf der Seite des Wormser Oberbürgermeisters Kissel (SPD) Hasskommentare hinterlassen.

Außerdem erhielt Michael Kissel nach eigenen Angaben viele üble Kommentare per E-Mail. Diese werde er gegebenenfalls an die Polizei weiterleiten, sagte der OB am Donnerstag. Er selbst lese sie nicht.

Aufruf zur Tötung

Zum Teil haben die Nutzer der sozialen Netzwerke ganz offen zur Gewalt aufgerufen. Gegen diese User ermittelt die Wormser Kriminalpolizei jetzt. Die 21-jährige Syndia aus Worms wurde nach bisherigen Ermittlungen von einem Flüchtling getötet. Der mutmaßlich Täter, ihr Ex-Freund, sitzt in Untersuchungshaft.

Nach der Tat hatten die Männer im Internet öffentlich lesbar mehrere Hasskommentare gegen Asylbewerber verfasst. "Knallt sie doch alle ab", schrieb zum Beispiel einer der Nutzer. Dieser Kommentar sei ein Aufruf zur Tötung, wenn nicht gar zum Mord, so die Polizei.

Ein rechtes Netzwerk?

Nach Ansicht des Wormser Oberbürgermeisters steht hinter solchen Hass- und Hetzparolen ein bundesweit agierendes, rechtsextremes Netzwerk. Die neuen Medien würden diese Tendenzen natürlich verstärken, so Kissel weiter.

Grundsätzlich sieht der OB die neuen Medien kritisch. Auf der Facebook-Seite der Stadt würden zunehmend dümmliche und primitive Kommentare hinterlassen. Die Sinnhaftigkeit, einen öffentlichen Diskurs zu städtischen Themen über die sozialen Medien zu führen, steht für Kissel zunehmend in Frage.

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