Mehrere Windräder vor einem wolkenlosen Sonnenuntergang (Foto: picture-alliance / dpa)

Windkraftanlagen in Rheinhessen Was wird aus alten Windrädern?

In Rheinhessen und dem Landkreis Bad Kreuznach stehen insgesamt mehr als 270 Windkraftanlagen. Es könnten aber bald deutlich weniger werden, denn bei vielen läuft die Förderung aus.

Bei den ältesten Windrädern in Rheinhessen läuft in wenigen Jahren die Umlage durch das "Erneuerbare Energien-Gesetz" (EEG) aus. Zum Beispiel für das Windrad in den Weinbergen bei Zornheim. Noch erhält Betreiber Hans-Joachim Hinkel aus dem EEG 9 Cent pro Kilowattstunde. Auf dem freien Markt bekäme er gerade noch 3 Cent. Zu wenig um Gewinn zu machen, sagt Hinkel: "Es ist eine Anlage, die funktioniert. Sie produziert umweltfreundlich Strom, alle Kabel sind gelegt. Aber ich werde die Anlage dann abbauen."

Neue Anlagen an alten Standorten

Bis zum Jahr 2025 wird das Ende der Umlage aus dem EEG etwa 75 Windkraftanlagen in Rheinhessen betreffen. Ihr Betrieb lohnt sich dann nicht mehr. Das trifft auch zum Beispiel auf die Anlagen der Wörrstädter Firma "juwi"zu. Dort würde man gerne neue, leistungsstarke Windräder an die alten Standorte bauen, aber dazu müsste die Landesregierung ihre Gesetze wieder ändern, sagt "juwi"-Sprecher Felix Wächter: "Wir müssten wieder zurückkommen zu einer Einzelfallprüfung. Also: Wie viel Schallemmission darf an einem bestimmten Punkt ankommen." Das neue Landesgesetz sieht dagegen einen grundsätzlichen Mindestabstand zur Bebauung von 1.000 Metern vor. Viele alte Anlagen stehen aber näher, deshalb würde ein Neubau an gleicher Stelle nicht mehr genehmigt.

Ein Windrad von oben gesehen auf freiem Feld (Foto: picture-alliance / dpa)
Weit genug weg vom nächsten Haus?

Umweltpolitisch nicht sinnvoll

Mit den Windrädern könnte also auch der so erzeugte "grüne" Strom wegfallen. Anlagen-Betreiber Hans-Joachim Hinkel hält nichts von diesen Zukunftsaussichten: "Es ist einfach umweltpolitisch nicht sinnvoll." Etwa zwei Jahre hat die Landesregierung noch Zeit über eine Gesetzesänderung nachzudenken und den Abbau vieler Anlagen zu verhindern.

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