hitzereistente Bäume (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Wie der Wald klimaresistent werden soll Rheinland-Pfalz bekommt Bäume aus Südeuropa

Viele Bäume sterben - sie halten den Klimawandel, die Hitze, die Dürre nicht aus. Das Forstministerium Rheinland-Pfalz setzt auf eine neue Mischung von Baumarten.

Das Wort "Waldsterben" hat es in den 1980er Jahren als Fremdwort in die französische Sprache geschafft. Angesichts des Klimawandels könnte es auch in Rheinland-Pfalz eine neue Aktualität bekommen. Dürre, Hitze und Schädlinge bringen nicht nur Nadel-, sondern zunehmend auch Laubbäumen den Tod.

So sehen die hitzeresistenten Bäume aus

hitzereistente Bäume (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Der Speierling ist ein Wildobstbaum und bisher in Deutschland selten. Picture Alliance Bild in Detailansicht öffnen
Die Elsbeere blüht zwischen Mai und Juni weiß und wird im Wald über 30 Meter hoch. Picture Alliance Bild in Detailansicht öffnen
Die Weißtanne gehört zu den Kieferngewächsen und kann bis zu 600 Jahre alt werden. Picture Alliance Bild in Detailansicht öffnen

Ein Weg aus der Krise soll beim Waldumbau die Pflanzung von Bäumen sein, die Hitze und Trockenheit besser als flachwurzelnde Fichten vertragen. Nach Angaben des Forstministeriums sind das Weißtannen, Buchen und verschiedene Eichenarten, aber auch seltenere Baumarten wie Elsbeere und Speierling. Diese wachsen in Mittel- und auch Südeuropa. 

"Eine ganze Reihe von Baumarten, die im mehr oder weniger entfernten südlichen Anschlussbereich an Mitteleuropa vorkommen, können zur Erhöhung der Klimafestigkeit beitragen."

Forstministerium Rheinland-Pfalz

Erfolgversprechend sei das vor allem bei Verwandtschaft zu hiesigen Bäumen. "Bei alledem geht es in Waldökosystemen nie nur um Bäume, sondern immer um die ganze vernetzte Lebensgemeinschaft."  Auch Schulen helfen mit. Schüler des Johannes-Gymnasiums in Lahnstein beispielsweise haben kürzlich in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Forstamt auf Schadflächen im Wald klimaresistentere nordamerikanische Küstentannen nachgepflanzt. 

Der Bedarf an neuen Bäumen ist groß

Die Förster im Land setzen laut Ministerium neben der natürlichen Ansamung und der Pflanzung heimischer Bäume unter den empfindlichen Nadelbäume auf die Wiederbewaldung sehr kleiner Teilflächen im Abstand von 12 bis 18 Metern, "um die Mischungsvielfalt zu erhöhen". So sollen die Wälder langfristig besser an Wärme angepasst und ihre Funktion als CO2-Speicher gestärkt werden. Das kostet viel Geld.

Alleine "der Wiederbewaldungsbedarf aus den borkenkäferbedingten Freiflächen des Jahres 2018 wurde für Rheinland-Pfalz mit einer Größenordnung von 1.700 Hektar entsprechend einem Mittelbedarf von mindestens zehn Millionen Euro bis zur Etablierung der neuen Waldgeneration geschätzt", erklärte das Forstministerium.

"Bis Ende Juni 2019 hatten allein die Borkenkäferschäden bereits nahezu das Ausmaß des gesamten Vorjahres erreicht."

Forstministerium Rheinland-Pfalz

Die Insekten vermehren sich bei Wärme verstärkt. Die rheinland-pfälzische Landesregierung hat im Mai Gemeinden, Kreisen und privaten Besitzern Unterstützung für den Ausgleich von Schäden zugesagt - je 3,5 Millionen Euro in diesem und im nächsten Jahr. Für den Ausgleich wirtschaftlicher Schäden im Staatswald sind jährlich sieben Millionen Euro im Landeshaushalt vorgesehen.

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