Schuhe und Jacken in einem Kindergarten (Foto: picture-alliance / Reportdienste)

Von Valencia nach Mainz und zurück Großteil spanischer Erzieher nicht mehr in Mainz

Vor knapp sechs Jahren hat die Stadt Mainz in der spanischen Partnerstadt Valencia gezielt nach Erzieherinnen und Erziehern gesucht und 26 von ihnen eingestellt. Jetzt sind noch fünf von ihnen da. Die Stadt zieht ein positives Fazit.

Mainz, 2013: In den Kindertagesstätten werden dringend neue Mitarbeiter gesucht. Wegen des bundesweiten Kita-Ausbaus ist der Fachkräftemarkt in Deutschland abgegrast. In der spanischen Partnerstadt Valencia sind wegen der herrschenden Wirtschaftkrise dagegen viele junge, qualifizierte Menschen ohne Job. Das bringt die Landeshauptstadt auf eine ungewöhnliche Idee: Gezielt werden in Valencia Erzieher und Erzieherinnen für Mainz gesucht.

Über 250 Bewerbungen gingen ein, 43 Bewerber wurden zum Vorstellungsgespräch eingeladen. 26 von ihnen traten schließlich zwischen Ende 2013 und Anfang 2014 ihren Dienst in Mainz an.

Positive Bilanz der Stadt

Jetzt sind noch fünf von ihnen in den Mainzer Kitas beschäftigt. "Wir ziehen eine sehr positive Bilanz", sagt Martin Pitsch, Hauptamtsleiter Personalabteilung der Stadt Mainz. Im Schnitt seien die spanischen Fachkräfte drei Jahre geblieben. Das sei eine gute Quote, noch dazu seien die Rückmeldungen von Kitas und Eltern sehr gut gewesen.

Investiert hatte die Stadt geschätzte 4.000 Euro pro Erziehungskraft, zum Beispiel für Sprachkurse. Die meisten sind nun zurück in ihrer Heimat. Manche hatten Heimweh, andere haben dann doch einen Job in Spanien gefunden.

Martin Pitsch, Hauptamtsleiter Personalabteilung Stadt Mainz (Foto: SWR)
"Wir ziehen eine sehr positive Bilanz", sagt Martin Pitsch von der Stadt Mainz

Problem Sprachbarriere

Den Fachkräftemangel in Kitas gibt es bis heute. Die Stadt kann sich deshalb vorstellen, auch in Zukunft im Ausland Erzieher anzuwerben. Jedoch würde man bei einem nächsten Vesuch höhere Anforderungen an die Sprachkenntnisse stellen, so Pitsch. Neben Spanien könne man sich auch die Niederlande gut vorstellen, nach Kroatien habe man sogar schon Kontakt hergestellt: "Ich glaube wir müssen alle Wege gehen, die wir gehen können."

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