Zurück nach Jerusalem Bistum Mainz übergibt jüdische Schriftrollen an Israel

Rund 50 Jahre lang waren drei biblische Pergament-Rollen in der Martinus-Bibliothek des Bistums Mainz zu Hause. Nun werden sie an die Israelische Nationalbibliothek in Jerusalem überreicht.

Ester-Schriftrolle (Foto: Martinus-Bibliothek Mainz)
Jahrhunderte alte Geschichte: eine der israelischen Pergamentrollen in der Mainzer Martinus-Bibliothek. Foto: Martinus-Bibliothek Mainz Martinus-Bibliothek Mainz

Bei den Rollen handelt es sich um zwei sogenannte Ester-Rollen und eine Samaritische Genesis-Rolle. Sie stammen aus dem Nachlass eines Mainzer Wissenschaftlers und sind nach Angaben des Bistums ein touristisches Mitbringsel von einer Israelreise aus den 1960er-Jahren.

Ursprung für jüdisches Fest

Die Ester-Rollen sind aus Pergament und handgeschrieben. Sie stammen aus dem 18. und späten 19. Jahrhundert. Das Buch Ester hat im Judentum eine besondere Bedeutung. Darin wird unter anderem die Geschichte von der Rettung des jüdischen Volkes erzählt. Die Rettung durch Königin Ester gilt als Ursprung des Purimfestes, das Juden jedes Jahr im Februar oder März mit bunten Verkleidungen und Festessen feiern.

Die dritte Rolle stammt von der Gemeinschaft der Samaritaner, die nur die fünf Bücher Mose als Bibel anerkennen. Sie ist im 20. Jahrhundert entstanden und enthält den Text der Genesis.

Vorträge zur Geschichte der Rollen

Nach Angaben des Bistums Mainz konnten die Schriftstücke in der Martinus-Bibliothek nicht die erforderliche bibliothekarische und wissenschaftliche Betreuung erhalten. Aus diesem Grund sollen die drei Rollen am 19. Juni offiziell an einen Vertreter der Israelischen Nationalbibliothek übergeben werden.

Im Rahmen der Übergabe finden in der Martinus-Bibliothek zahlreiche Vorträge statt, zum Beispiel zur Geschichte der Rollen. Der Eintritt ist frei.

STAND