S-Bahn im RMV-Gebiet (Foto: picture-alliance / dpa)

Verspätungen beim RMV 2018 Die S8 ist die unpünktlichste S-Bahn im Rhein-Main-Gebiet

Auch 2018 hat der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) sein selbst gestecktes Pünktlichkeitsziel verfehlt. Im Kampf gegen Verspätungen brauche es neue Gleise, so das Unternehmen.

RMV-Chef Knut Ringat hatte ein hochgestecktes Ziel: 96 Prozent aller S-Bahnen sollten in diesem Jahr pünktlich sein. Oder anders ausgedrückt: nur 4 von 100 S-Bahnen mit Verspätung fahren.

Doch das Ziel für 2018 wurde nach Angaben des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV) verfehlt. Im Schnitt habe der Wert wie bereits im Jahr zuvor bei rund 92 Prozent gelegen - das bedeutet, knapp jede zehnte S-Bahn war verspätet unterwegs. Dies sei nicht zufriedenstellend, sagte eine RMV-Sprecherin.

Unpünktlichste Bahn war mit rund 87 Prozent erneut die S8 zwischen Wiesbaden und Hanau. Damit fuhr sie in 13 Prozent aller Fälle mit Verspätung. Grund sei die hohe Auslastung der Strecke, die auch vom Fern- und Güterverkehr genutzt werde. Musterschüler war die S4 von Langen nach Kronberg mit 96 Prozent Pünktlichkeitsquote.

Einstiegslotsen: bis zu sechs Sekunden schneller

Im Kampf gegen Verspätungen setzt der RMV auch im neuen Jahr unter anderem auf Einstiegslotsen an mehreren Frankfurter Haltestellen. Die Helfer sollen am Hauptbahnhof sowie an der Konstabler- und Hauptwache für eine bessere Verteilung der Fahrgäste auf die verschiedenen Türen der Züge sorgen.

"Während des Einsatzes der Einstiegslotsen sind die S-Bahnen im ersten Halbjahr 2018 bis zu sechs Sekunden schneller durch den Tunnel gefahren als im Vorjahr. Das klingt zunächst nach wenig, ist aber im S-Bahn-Tunnel, wo zur Hauptverkehrszeit alle 150 Sekunden eine S-Bahn pro Richtung fährt, ein wichtiger Baustein für einen noch flüssigeren Betriebsablauf", sagte die Sprecherin.

Neue Gleise für den Nahverkehr notwendig

Auch zusätzliche Gitter an den Bahnsteigen wurden montiert, um zu verhindern, dass Menschen den Tunnel unter der Frankfurter City betreten und für Störungen sorgen. 2018 sei dies mehrmals pro Monat der Fall gewesen, sagte die RMV-Sprecherin. Langfristig sei der Bau weiterer Gleise eigens für den Nahverkehr aber unabdingbar.

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