picture allianceAndreas Arnolddpa (Foto: dpa Bildfunk, Fahrzeuge mit Ausnahmereglung passieren die gesperrte Theodor-Heuss-Brücke in Mainz)

Theodor-Heuss-Brücke gesperrt In und um Mainz Staus im Berufsverkehr

Auch am dritten Tag der Sperrung der Theodor-Heuss-Brücke zwischen Mainz und Wiesbaden ist es im Berufsverkehr nur langsam vorangegangen. In der Stadt und auf den Autobahnen kam es zu Staus und Behinderungen.

"Die Stadt ist zu", sagte eine Sprecherin der Polizei am Dienstagmorgen. Neben der Sperrung der Theodor-Heuss-Brücke hätten sich mehrere Unfälle im Stadtgebiet ereignet. Dadurch sei es zu zahlreichen Rückstaus gekommen. Ob diese nun auf die Brückensperrung oder die Unfälle zurückzuführen seien, lasse sich nicht sagen, so die Polizei.

Zudem war es auch auf vielen Autobahnen wieder voll. Auf der A60 kam es aus Richtung Bingen kommend schon ab dem Abzweig auf die A643 immer wieder zu Staus und stockendem Verkehr. Auch auf der B9 staute es sich rund um die Auffahrt Laubenheim, ebenso auf der B40 stadteinwärts.

Verkehrschaos am Montagmorgen

Am ersten Werktag der Sperrung am Montag hatte es sich im morgendlichen Berufsverkehr laut Polizei auf insgesamt 45 Kilometern gestaut. Neben der Sperrung hatten mehrere Unfälle die Situation verschärft. Dadurch sei der Verkehr in einigen Fällen ganz zum Erliegen gekommen, so der Sprecher.

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Brücke seit Sonntag mit Schranken gesperrt

An den Zufahrten der Theodor-Heuss-Brücke waren am Sonntag Schranken angebracht worden. Sicherheitspersonal lässt lediglich Busse, Taxis, Rettungsfahrzeuge, Fahrradfahrer und Fußgänger durch. Zudem wird die Brücke seit Montag für einige Tage per Videokamera überwacht.

Einige Busse seien aufgrund der Staus auf den Ausweichstrecken verspätet angekommen, meldete die Verkehrsgesellschaft Mainzer Mobilität. Ob die Kapazitäten der bislang eingesetzten Busse ausreichten, werde nun beobachtet. Möglicherweise werde nachjustiert, wenn bei schlechtem Wetter sich mehr Menschen für eine Mitfahrt entschieden.

Versuch, durch Schranke zu kommen

Der ein oder andere Autofahrer hätte versucht, einem Taxi hinterher zu fahren, um so durch die geöffnete Schranke zu kommen, erzählt Schrankenwärter Marcel Renner. Doch die Polizei habe diejenigen wieder zurück geholt und zur Rede gestellt.

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Umleitungen sind ausgeschildert

Die Theodor-Heuss-Brücke zwischen Mainz und Wiesbaden wird erstmals seit 25 Jahren umfassend saniert. Die rund 44.000 Autofahrer, die normalerweise jeden Tag die Brücke nutzen, müssen sich ab sofort vier Wochen lang andere Wege suchen - oder auf öffentlichen Nahverkehr umsteigen. Umleitungen sind über die Schiersteiner Brücke auf der A643 oder über die Weisenauer Brücke auf der A60 ausgeschildert.

Busse, Taxen, Mofas, Fahrräder, Fußgänger und Fahrzeuge mit Sonderzeichen wie Notärzte dürfen auch während der Sanierungsarbeiten die zentrale Achse zwischen den beiden Landeshauptstädten überqueren.

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Nur wenige Ausnahmen für Fastnachter

Die beiden Landeshauptstädte hätten sich gegen Ausnahmen für eine Berufsgruppe - wie etwa Pflegedienste, Handwerker oder Lieferanten - entschieden, weil dies sicherlich neue Begehrlichkeiten geweckt und Diskussionen nach sich gezogen hätte, sagte die Mainzer Verkehrsdezernentin Katrin Eder (Grüne). Dass trotzdem ausgerechnet bestimmte Fastnachter über die Brücke fahren dürfen sollen, wird von vielen belächelt oder kritisiert.

Diese Regelungen beziehen sich allerdings laut Eder nur auf Abende und die Wochenenden und sind notwendig, weil die Redner sonst ihre Termine dies- und jenseits des Rheins nicht erfüllen können. Diese "lebensnah gestaltete" Regelung solle auch dem Ehrenamt Rechnung tragen, gelte nur an den entsprechenden Sitzungsterminen und beträfe etwa fünf bis 18 Fastnachter, die an diesen Tagen Auftritte hätten, so Eder, die sich auch bei Facebook noch einmal ausführlich zu der Sonderregelung äußerte.

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Sanierung schon 2019 stand auch im Raum

Bis nach Fastnacht hätten die Städte mit der Sanierung nicht warten wollen, weil die Schäden an den Trägern (Traversenlager) gravierend seien und die Arbeiten zudem in der kalten Jahreszeit ausgeführt werden müssten. Mit Rücksicht auf den Einzelhandel und das Weihnachtsgeschäft seien die Arbeiten extra auf 2020 verlegt worden, so Eder.

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