Trinkwasser aus dem Wasserhahn (Foto: picture-alliance / dpa)

Urteil Oberlandesgericht Koblenz Wasserpreise in Mainz waren zu hoch

Haben die Mainzer Bürger zu viel für ihr Leitungswasser bezahlt? Seit Jahren gibt es dazu einen Rechtsstreit vor Gericht. Am Donnerstag kam das Urteil.

Ein Mainzer Anwalt hatte gegen die Mainzer Stadtwerke geklagt. Der Anwalt hat jetzt vom Oberlandesgericht Koblenz teilweise Recht bekommen, es seien "missbräuchlich überhöhte Wasserpreise" gewesen. Er habe für die Jahre 2010 bis 2012 zu viel für das Leitungswasser bezahlt. In seinem Fall sind das etwa 50 Euro pro Jahr. Die kann er sich jetzt von den Mainzer Stadtwerken zurückholen.

Dass die Preise damals zu hoch waren, hatte auch schon das Kartellamt festgestellt, daraufhin hatten die Stadtwerke die Preise ab 2013 gesenkt.

Haben alle Mainzer zu viel bezahlt?

Das Urteil betrifft auch tausende Mainzer Bürger. Sie haben ungefähr 15% zu viel bezahlt und können jetzt auch Schadenersatzansprüche geltend machen. Das funktioniert einzeln oder im Zusammenschluss, zum Beispiel über einen Verbraucherschutzverein. Dort können sich die Betroffenen in ein Klageregister eintragen.

Rechnungen raussuchen

Der Anwalt rät den Betroffenen, ihre Wasserrechnungen von 2010 bis 2012 rauszusuchen und ihren Schadenersatzanspruch von den Mainzer Stadtwerken mit Fristsetzung einzufordern. Sollten die Stadtwerke darauhin nicht reagieren, müssten die Kunden auch klagen oder sich über einen Verbraucherschutzverein einer Musterfeststellungsklage anschließen.

Hohe Kosten für Stadtwerke

Für die Stadtwerke Mainz bedeutet das, dass sie fast vier Millionen Euro pro Jahr, also 12 Millionen in drei Jahren, an die Kunden zurückzahlen müssten, wenn die denn auch klagen oder sich zusammentun. Wie ein Sprecher mitteilte, wollten sich die Stadtwerke derzeit nicht näher zum Urteil äußern und es erst einmal prüfen und bewerten.

Das Oberlandesgericht Koblenz hat zu dem Urteil keine Revision zugelassen.

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