Der Präsident der Mainzer Johannes Gutenberg-Universität (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / Erwin Elsner)

Konkurrenz im Rhein-Main-Gebiet Uni-Präsident Krausch: Bewerberzahlen in Mainz gehen zurück

Viele Studenten in Mainz mögen ihre Uni und die Stadt. Diejenigen, die sich für Mainz entschieden haben, bereuen es offenbar nicht. Doch immer weniger junge Menschen wollen an die Mainzer Uni.

Am Mittwoch starteten etwa 5.600 neue Studentinnen und Studenten an der Johannes Gutenberg-Universität (JGU) in ihr erstes Semester. Für die jungen Leute beginnt eine aufregende Zeit - ein neuer Lebensabschnitt. Die Wahl des Studienorts ist für viele eine wichtige Entscheidung. Die Universitäten konkurrieren untereinander um die besten Talente, wollen sich so attraktiv wie möglich machen, um die Abiturientinnen und Abiturienten von sich zu überzeugen.

Weniger Bewerber an der JGU als letztes Jahr

Der Mainzer Johannes-Gutenberg-Universität gelingt das in den vergangenen Jahren aber offenbar nicht mehr so gut. Die Bewerberzahlen sind rückläufig. In diesem Jahr hatte die JGU etwa 2.000 Bewerber weniger als im Vorjahr. Insgesamt habe es in den vergangenen Jahren einen deutlichen Rückgang gegeben, sagt der Präsident der Johannes Gutenberg-Univsität Dr. Georg Krausch. Da frage man sich schon, wie es mit der Attraktivität des Campus aussieht.

Unis in Frankfurt und Darmstadt beliebt

Mainz sei in den vergangenen Jahren zwar nicht unattraktiver geworden, sagt Krausch weiter. Die JGU habe aber harte Konkurrenz. Und da hätten in den vergangenen Jahren vor allem zwei hessische Unis deutlich vorgelegt: die Goethe-Universität Frankfurt und die Technische Universität Darmstadt. "Frankfurt hat einen komplett neuen Campus bezogen", sagt Krausch. "In Darmstadt ist auch sehr viel gebaut worden. Ich glaube schon, dass es eine Rolle spielt bei der Entscheidung, wo man studiert."

Weitere Investitionen an der JGU Mainz geplant

Die TU Darmstadt darf laut Gesetz selbst bauen, hat eine eigene Bauabteilung und einen Bau-Etat. In Mainz ist vor allem das Land zuständig über seinen Betrieb "Liegenschaft- und Baubetreuung" (LBB). Allerdings durfte auch die JGU zuletzt drei Gebäude selbst errichten, sehr zur Freude von Präsident Krausch. Auf jeden Fall müsse sich auf dem Campus zügig noch mehr tun, fordert Krausch, um im Rhein-Main-Gebiet konkurrenzfähig zu bleiben. Das rheinland-pfälzische Wissenschaftsministerium verweist auf SWR-Anfrage darauf, dass allein in den vergangenen neun Jahren rund 300 Millionen Euro investiert wurden. Weitere Neubauten seien schon fest eingeplant.

STAND