Trauernden können eine Kerze anzünden und sich in ein Kondolenzbuch eintragen. (Foto: SWR)

Trauer um Syndia Gottesdienst, Mahnwache und Gegendemo in Worms

Im Wormser Dom hat eine ökumenische Andacht für die getötete 21-jährige Syndia stattgefunden. Zeitgleich dazu gab es eine Mahnwache der AfD und eine Gegendemonstration.

Seit dem Dienstagmorgen lag für alle Trauernden ein Kondolenzbuch im Dom aus. Das evangelische und das katholische Dekanat hatten außerdem dazu eingeladen, eine Kerze für die getötete junge Frau anzuzünden. In der ökumenischen Andacht forderten Kirchenvertreter, die Trauer der Angehörigen nicht für politische Zwecke zu instrumentalisieren.

Mahnwache der AfD

Parallel zur Andacht im Dom fand eine Mahnwache auf dem Wormser Lutherplatz statt, zu der die AfD aufgerufen hatte. Dazu kamen nach SWR-Informationen etwa 200 Menschen zusammen. Unter den Demonstranten war auch Landes-Parteichef Uwe Junge. Er zog Parallelen zu den Fällen anderer getöteter Mädchen. Er kritisierte, dass der mutmaßliche Täter - ein abgelehnter Asylbewerber aus Tunesien - nicht abgeschoben wurde.

Mordfall "Syndia" - Mahnwache der AfD in Worms  (Foto: SWR)
Mahnwache der AfD in Worms am Luther-Denkmal

Auch rund 200 Menschen zu Protest gegen Mahnwache versammelt

Als Reaktion auf die AfD-Mahnwache hatte außerdem das "Bündnis gegen Nazi-Aufmärsche" in Worms zu einem "stillen Protest" am Rande des Lutherplatzes aufgerufen. Dazu versammelten sich auch etwa 200 Menschen, wie die Polizei dem SWR mitteilte. Sie wandten sich wie die Kirchen dagegen, dass der Tod der jungen Frau für politische Zwecke instrumentalisiert wird. Es sei zu befürchten, dass die Mahnwache der Stimmungsmache gegen Ausländer, vor allem gegen Flüchtlinge, diene.

Die Polizei sprach von einem ruhigen Verlauf beider Veranstaltungen.

Demonstration gegen Rechts in Worms (Foto: SWR)
Teilnehmer der Gegen-Demonstration in Worms

21-Jährige wurde im Elternhaus erstochen

Die 21 Jahre alte Frau war vergangene Woche in ihrem Elternhaus in Worms erstochen worden. Der mutmaßliche Täter meldete sich danach bei der Polizei. Das Motiv des 22-Jährigen ist nicht bekannt.

Ein 2017 in der Zuständigkeit des Regierungspräsidiums Karlsruhe gestellter Asylantrag des Mannes war abgelehnt worden, er erhielt aber eine Duldung. Nachdem die Ausländerbehörde entschied, ihn abzuschieben, wurde nach ihm gefahndet - der Mann war untergetaucht.

Ein Haftbefehl lag wenige Tage vor der Tat vor. Der mutmaßliche Täter war der Polizei wegen Körperverletzungen und Drogendelikten schon länger bekannt.

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