Stadtbürgermeister Günther aus Nierstein sitzt, umringt von mehreren Ratsmitgliedern (Foto: SWR)

Stadtbürgermeister Günther Großer Schaden für Nierstein

Ein neuer Bebauungsplan und keine Off-Road-Strecke im Rhein-Selzpark - das ist das Fazit der Niersteiner Stadtratssitzung. Nach Ansicht des Niersteiner Bürgermeisters Günther hat das weitreichende Konsequenzen.

Mit aller Macht hatte Bürgermeister Thomas Günther (CDU) versucht, seine Vorstellungen von der Neugestaltung des ehemaligen Kasernengeländes an der B 420 durchzusetzen. Aber nach dem Urteil des Oberverwaltungsgerichtes zur geplanten Off-Road-Strecke vor Monaten hat nun der Stadtrat mit Mehrheit und mit Stimmen aus der CDU-Fraktion ein sogenanntes Mischgebiet auf den Weg gebracht. Ein neuer Bebauungsplan muss nun ausgearbeitet werden.

Minus im Stadthaushalt

Der Stadt Nierstein entgehen Millionen, sagte Thomas Günther nach der Abstimmung. Zum Beispiel wäre die Stadt an den Einnahmen des Investors aus Grundstücksverkäufen beteiligt gewesen. Das wären laut Günther fünf bis sechs Millionen Euro, verteilt auf die nächsten Jahre für Nierstein gewesen. "Auch die Gewerbesteuer-Einnahmen fehlen in der Stadtkasse", so Günther weiter, "der städtische Haushalt rutscht jetzt ins Defizit."

Rotkäppchen und DHL kommen nicht

Erstmals nannte Günther auch konkrete Investoren: "China wollte im Rhein-Selz-Park 25.000 Quadratmeter Gelände auf dem Areal kaufen. Außerdem wollten Rotkäppchen-Sekt und die DHL auf dem Gelände bauen. Die werden jetzt alle nicht mehr kommen", glaubt Günther. Dazu kämen Regress-Forderungen der kuwaitischen Investoren im zweistelligen Millionenbereich für die bereits geleisteten Arbeiten im Rhein-Selz-Park. Die Kuwaitis hatten Sommervillen für Reiche in dem Park geplant, die die Off-Road-Strecke hätten nutzen dürfen.

Kasernenartige Gebäude hinter einem hohen Maschendrahtzaun (Foto: SWR)
Das ehemalige Kasernengelände bei Dexheim

Regress-Forderungen fraglich

Was diese Regress-Forderungen angeht, hatte die Opposition ein Gutachten vorgelegt, das eine Haftung der Stadt ausschließt. Davon abgesehen war die Opposition im Niersteiner Stadtrat hochzufrieden. Auch der Sprecher der Bürgerinitiative gegen die Off-Road-Strecke, Klaus Schmitt, war überglücklich: "Das ist wirklich ein bewegender Augenblick. Wir haben zweieinhalb Jahre gestritten, dass wir hier eine andere Bebauungsplanung hinbekommen." Das ist nun gelungen, allerdings werden mehrere Jahre ins Land gehen, bevor der neue Plan tragfähig ist.

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