Das Bioweinsiegel auf einem Weinflaschenhals (Foto: dpa Bildfunk, picture-alliance/ dpa / Uwe Anspach)

Zu viel verkauft - falsch deklariert Ermittlungen wegen Weinbetrugs in Rheinhessen

Die Staatsanwaltschaft Bad Kreuznach ermittelt in einem Weinbetrugsverfahren gegen acht Beschuldigte aus Rheinhessen. Sie sollen unter anderem konventionellen Wein als Biowein verkauft haben.

Hauptbeschuldigter ist nach Angaben des Leitenden Oberstaatsanwalts Michael Brandt in Bad Kreuznach der ehemalige Geschäftsführer einer rheinhessischen Weinkellerei. Er soll zusammen mit fünf Mitarbeitern, einem Lohnunternehmer und Winzern banden- und gewerbsmäßig betrogen haben. Aufgefallen war dies bei einer Weinkontrolle.

Tausende Liter Biowein falsch deklariert

Dabei sei festgestellt worden, dass Übermengen verkauft worden seien, die eigentlich nur zu Industriealkohol hätten verarbeitet werden dürfen. Dann stießen die Ermittler nach eigenen Angaben auf Verschnitte von Weinen unterschiedlicher Anbaugebiete und einige tausend Liter Bioweine, die tatsächlich aus konventionellem Anbau stammten. Insgesamt, so Brandt, könnte es bei dem kompletten Betrugskomplex um eine Million Liter gehen. Zunächst hatte die Allgemeine Zeitung darüber berichtet.

Kommentar von Weinexperte

Kann man sich als Verbraucher überhaupt noch auf irgendetwas verlassen? Oder ist so ein Bio-Siegel nichts mehr wert? Werner Eckert aus der SWR- Redaktion Umwelt und Ernährung mit einem Standpunkt zum aktuellen Weinskandal.

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