Mainzer Rosenmontagszug (Foto: SWR)

Streik abgewendet "Kleine" Bauernproteste beim Mainzer Rosenmontagszug

Die Bauern in Rheinhessen kämpfen seit Monaten gegen die Agrarpolitik der Bundesregierung. Auch beim Rosenmontagszug in Mainz wollen die Landwirte auf ihre Situation aufmerksam machen.

Die Proteste der Bauern in Rheinhessen macht auch vor Fastnacht keinen Halt. Traditionell werden fast alle Wagen auf dem Rosenmontagszug von Landwirten und ihren Traktoren gezogen. Die Bewegung "Land schafft Verbindung, wir rufen zu Tisch" will nach eigenen Angaben klarstellen, dass ohne die traditionelle Landwirtschaft am Mainzer Rosenmontagszug kaum ein Fastnachtswagen rollen würde.

"Lasst uns Bauern Bauern sein, wir machen Weck, Worscht und Wein! Und die Bonbons vor euren Füß' werden durch uns erst süß!"

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Deswegen sei im Vorfeld diskutiert worden, zum Streik an Rosenmontag aufzurufen und den Umzug in Mainz von Seiten der Landwirtschaft ausfallen zu lassen - aus Protest gegenüber der aktuellen Politik.

Dauer

Eine Idee, über die der Präsident des Mainzer Carneval-Verein (MCV), Reinhard Urban, nur den Kopf schütteln kann. Er habe er den Bauernvertretern klar gemacht, dass der Rosenmontag eine Privatveranstaltung sei. Wenn Landwirte im Zug demonstrieren würden, würde man sie einfach entfernen lassen.

Vertreter beider Seiten hätten sich aber an einen Tisch gesetzt und eine Lösung gefunden. "Wir haben uns auf einen gangbaren Weg verständigt, bei dem wir sagen, damit wird der Zug ein bisschen, aber nicht entscheidend instrumentalisiert", sagte Urban dem SWR.

"Nur mit uns rollt der Zug""

Mit diesem Spruch dürfen Traktoren beim Rosenmontagszug geschmückt werden.

Der Kompromiss sieht vor, dass die Traktoren der Bauern an Rosenmontag fahren werden, sie aber mit Schildern gezielt darauf aufmerksam machen, welch wichtige Rolle die bäuerlichen Strukturen im gesellschaftlichen Konsens spielen. Der Spruch auf den Schildern lautet "Nur mit uns rollt der Zug". Das Schild darf laut Urban maximal 60 mal 40 Zentimeter groß sein und muss vom jeweiligen Fastnachtsverein abgenickt werden. Sollte der Verein nicht zustimmen, dürfe das Protestschild nicht montiert werden.

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