Die fünf Kandidaten, die sich um den Popsten als Mainzer OB bewerben. (Foto: SWR)

SWR4 Klartext am 24. Oktober 2019 OB-Wahl Mainz - So lief die Diskussion

Wie sollen die Mainzer in Zukunft leben, wohnen, sich fortbewegen? Drei Tage vor der Oberbürgermeisterwahl in der Landeshauptstadt veranstaltete SWR4 Klartext eine Podiumsdiskussion mit allen Kandidaten.

Kandidaten zur Mainzer OB-Wahl

Michael Ebling (SPD) ist der Amtsinhaber und will Mainzer OB bleiben. (Foto: SWR)
Michael Ebling (SPD) ist der Amtsinhaber und will Mainzer OB bleiben. Mainz habe eine großartige Zukunft und einen einzigartigen Charakter, den es nicht verlieren dürfe, so Ebling. Bild in Detailansicht öffnen
Martin Ehrhardt (Die Partei) will mit der Mainzer Prinzengarde in Mainz-Kastel einmarschieren und aus der Kaiserstraße eine Picknick-Meile machen. Wer neugierig sei, solle sein Wahlkreuz bei ihm machen. Bild in Detailansicht öffnen
Nino Haase (parteilos) möchte etwas bewegen in der Stadt und Verantwortung übernehmen: Er sagt: "Es muss egal sein, von wem eine Idee ist, Hauptsache sie ist gut". Bild in Detailansicht öffnen
Martin Malcherek (Die Linke) hält die Stadt Mainz für ein "schlampiges Genie", das zwar viel Potential besitzt, dieses aber nicht genug nutzt. Er will mit klarer Kante frischen Wind ins Rathaus bringen. Bild in Detailansicht öffnen
Tabea Rößner (Bündnis 90/Die Grünen) will Geschichte schreiben und die erste grüne Oberbürgermeisterin Deutschlands werden. Sie möchte ihre Erfahrungen, unter anderem als langjährige Bundestagsabgeordnete, einbringen und Mainz grüner machen. Bild in Detailansicht öffnen

Das Mainzer Kulturzentrum (KUZ) war am Donnerstagabend mit rund 200 Besuchern bis auf den letzten Platz besetzt. Sie erlebten eine engagierte Diskussion der fünf Kandidaten Michael Ebling (SPD), Martin Ehrhardt (Die Partei), Nino Haase (parteilos), Martin Malcherek (Die Linke) und Tabea Rößner (Grüne). Besonders drei Themenbereiche wurden diskutiert.

Thema: Wohnen

Einigkeit herrschte bei allen Kandidaten, dass der sozialgeförderte Wohnraum ausgebaut werden muss. Martin Malcherek würde als zukünftiger Oberbürgermeister vor allem die städtischen Grundstücke behalten, sie selbst nutzen und nicht Investoren zur Verfügung stellen.

Amtsinhaber Michael Ebling plädiert für die Idee eines neuen Stadtteils zwischen Mainz-Hechtsheim und Mainz-Ebersheim. Insgesamt sei die Stadt auf einem guten Weg, was den sozialgeförderten Wohnungsbau angeht, der müsse fortgesetzt werden.

Auch Nino Haase setzt beim Thema Wohnungsnot auf einen neuen Stadtteil, allerdings auf dem Layenhof. Außerdem sollten neue Flächen im Umland, auch in Zusammenarbeit mit dem Kreis Mainz-Bingen, erschlossen werden.

Tabea Rößner würde die Quote für den sozialen Wohnungsbau auf 30 Prozent erhöhen. Ihrer Meinung nach ist es auch vorstellbar, Wohnungen auf den Flachdächern von Supermärkten zu bauen.

Satiriker Martin Ehrhardt will Brennpunkte in Mainz schaffen und so die hohen Mieten wieder senken.

Thema: Mobilität

Kontrovers wurde vor allem der Themenkomplex Mobilität diskutiert. So will Nino Haase zum Beispiel autofreie Bereiche in der Innenstadt schaffen, da es auf die Schnelle nicht möglich wäre, Autos komplett aus der Innenstadt zu verbannen.

Tabea Rößner will möglichst keine Autos mehr in der Innenstadt, da sie nicht nur schlecht für das Klima, sondern auch für die Bewohner sind.

Ähnlich sieht das Martin Malcherek. Er fordert zusätzlich, den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) kostenlos nutzen zu können.

Michael Ebling wünscht sich ein 365-Euro-Ticket für das ganze Rhein-Main-Gebiet und ein gesamtheitliches Verkehrskonzept für Rheinhessen.

Einigkeit herrscht bei allen Kandidaten, den ÖPNV auszubauen.

Thema: Stadtentwicklung/Einzelhandel

Beim Thema Stadtentwicklung fokussierte sich die Diskussion vor allem auf das sogenannte Zentrenkonzept. Dadurch soll der Handel in der Innenstadt vor Anbietern im Umland geschützt werden. Laut Tabea Rößner muss dieses in Mainz praktizierte Konzept überprüft und angepasst werden.

Michael Ebling hingegen verteidigt das Zentrenkonzept. Er will keinen großflächigen Einzelhandel vor den Toren der Stadt.

Nino Haase ist anderer Meinung. Das Konzept verhindere die Ansiedlung von Unternehmen und sorge dafür, dass sich diese anderenorts niederlassen.

Martin Malcherek will vor allem große Einkaufskomplexe in der Innenstadt verhindern und fordert stattdessen lieber eine kleinteilige, begrünte Bebauung, die auch dem Klimaschutz dient.

Insgesamt zwei Stunden diskutierten die Kandidaten und beantworteten Fragen aus dem Publikum. Es handelte sich um die letzte Podiumsdiskussion vor der Wahl.

Wahl am Sonntag

Am kommenden Sonntag sind dann rund 160.000 Mainzerinnen und Mainzer aufgefordert, ihr neues Stadtoberhaupt zu wählen. Dann klärt sich auch die Frage, ob es eine mögliche Stichwahl am 10. November geben wird oder ob ein Kandidat bereits mehr als 50 Prozent der Stimmen auf sich vereinen kann und damit neuer OB in Mainz wird.

Der Klartext zum Nachhören

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