Frachtschiffe fahren aus der Schleuse Mainz-Kostheim in Ginsheim-Gustavsburg (Hessen) in den Rhein ein.  (Foto: picture-alliance / dpa)

Binnenschiffer atmen auf Rhein führt wieder mehr Wasser

Auf Europas wichtigster Wasserstraße können Schiffe wieder mehr laden. Die Wasserstände sind gestiegen. Die Versorgung der Tankstellen bleibt aber angespannt.

Binnenschiffer atmen nach den zuletzt historisch niedrigen Wasserständen auf: Die Niederschläge haben dazu geführt, dass der Rhein wieder deutlich mehr Wasser führt. Und das bedeutet, dass wieder mehr Fracht transportiert werden kann. Am Freitag lag der Wasserstand am Pegel Kaub bei 1,61 Meter, am Montag waren es noch 49 Zentimeter.

Tanklager immer noch nicht gefüllt

Tankschiffe könnten auf dem Weg vom Ölzentrum Rotterdam flussaufwärts weiterhin nicht voll laden, sagte der Sprecher des Mineralölwirtschaftsverbands, Alexander von Gersdorff. Große Tanklager am Rhein seien nach wie vor leer. Solche Tanklager gibt es unter anderem in Bendorf, Koblenz und Köln. Tanklastwagen müssen daher weiterfahren, um Sprit von anderen Lagern zu besorgen. Im Süden und Westen Deutschlands kann daher laut von Gersdorff weiterhin nicht ausgeschlossen werden, dass es zeitweise und regional zu Ausfällen bei Tankstellen komme.

Wissing kritisiert den Bund

Unterdessen teilte der rheinland-pfälzische Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) mit, dass die angestrebte Vertiefung der Fahrrinne zwischen Mainz und St. Goar erst in neun Jahren beginne. Hintergrund sei unter anderem der Mangel an Ingenieuren. Wissing sagte im Sommer, bei der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes brauche es acht zusätzliche Ingenieurplanstellen, ab 2019 weitere 21. Die Unzufriedenheit sei groß, dass der Bund diese Stellen noch nicht besetzt und dies auch nicht einmal versucht habe.

Zügige Vertiefung gefordert

Rheinland-Pfalz hatte in der sogenannten Wiesbadener Resolution gemeinsam mit den anderen Rhein-Anrainern Hessen, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen eine zügige Umsetzung des Projekts angemahnt. Wissing zufolge wird der Schifffahrt zwischen Mainz und St. Goar derzeit eine Fahrrinnentiefe von 1,90 Metern garantiert, nach einer Vertiefung sollen es durchgängig 2,10 Meter sein. Damit könnten Schiffe künftig mehr laden.

STAND