Mordversuch in Bad Kreuznacher Klinik Attacke auf Schwangere - Angeklagter schweigt

Der 25-jährige Mann, der eine Frau mit einem Messer verletzt und ihr Baby getötet haben soll, will nicht vor Gericht aussagen. Das teilte sein Anwalt am ersten Prozesstag mit.

Die Staatsanwaltschaft Bad Kreuznach wirft dem 25-jährigen Mann unter anderem versuchten Mord vor. Der Asylbewerber aus Afghanistan, der in einer Unterkunft im hessischen Biblis lebte, soll im Januar 2019 im Krankenhaus St. Marienwörth in Bad Kreuznach mit einem Klappmesser auf eine schwangere Frau eingestochen haben. Die 25-Jährige verlor viel Blut und musste operiert werden. Sie überlebte schwer verletzt, ihr Kind starb nach einem Not-Kaiserschnitt.

Der Angeklagte soll laut Staatsanwaltschaft der Vaters des Kindes gewesen sein. Er ließ gleich zu Prozessbeginn über seinen Anwalt ausrichten, dass er sich weder zu seiner Person noch zur Tat äußern werde. Zuvor hatte der Mann bei der Polizei ausgesagt, er könne sich an das Geschehen in dem Krankenhaus nicht mehr erinnern.

Polizist: Großes Chaos am Tattag

Mehrere Polizeibeamte schilderten den Tattag im Krankenhaus. Einer von ihnen sprach von einem großem Chaos im Krankenhaus. Eine Frau habe laut geschrien und das ganze Patientenzimmer sei voller Blut gewesen.Der Angeklagte hörte den Ausführungen seines Übersetzers vor Gericht konzentriert zu, zeigte bei den Schilderungen aber keinerlei Regungen.

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Bauch und Gesicht verletzt

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatte der Mann die Frau im Krankenhaus besucht. Nachdem sie ihn gebeten habe zu gehen, habe er auf die 25-Jährige eingestochen. Der Angeklagte soll beabsichtigt haben, die Schwangerschaft der Frau dadurch zu beenden. Er habe die Frau am Bauch, im Gesicht, an der Brust und an den Armen verletzt.

Anklage auch wegen Vergewaltigung

Nach der Tat floh der Mann zunächst - stellte sich dann aber am Bad Kreuznacher Bahnhof der Bundespolizei. Der Angeklagte soll die Frau zudem im Juli 2018 in Biblis vergewaltigt haben. Auch in diesem Punkt ist Anklage erhoben worden. Dazu schweigt der Mann laut Staatsanwaltschaft aber. Der mutmaßliche Täter ist nach Angaben der Behörden seit 2015 in Deutschland. Sein Asylverfahren war zum Tatzeitpunkt noch nicht abgeschlossen. Der Mann ist nicht vorbestraft.

Es sind zwölf weitere Prozesstage geplant.

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