Bewaffnete Polizisten sichern das Gebäude des Oberlandesgerichtes in Düsseldorf (Symbolbild) (Foto: picture-alliance / dpa)

Prozessauftakt am Oberlandesgericht Düsseldorf Mutmaßlichem Wormser Taliban droht lebenslange Haft

Am Mittwoch hat vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf der Prozess gegen ein mutmaßliches Mitglied der Taliban begonnen. Der Mann aus Worms sagte vor Gericht, er leide an psychischen Problemen.

Der Angeklagte schilderte am ersten Prozesstag, er sei wegen seiner massiver Probleme bereits bei der Bundeswehr ausgemustert worden. 2005 sei es ihm so schlecht gegangen, dass er sich in eine Psychiatrie begeben habe. Mit 25 Jahren sei er bereits als Frührentner eingestuft und mit 300 Euro Rente bedacht worden.

Der angeklagte mutmaßliche Taliban aus Worms vor dem Prozessauftakt am Oberlandesgericht Düsseldorf (Foto: picture-alliance / dpa, Rolf Vennenbernd)
Der Angeklagte vor dem Prozessauftakt am Oberlandesgericht Düsseldorf Rolf Vennenbernd

Mit 17 Moslem geworden

Der Mann sagte am Mittwoch vor Gericht, er komme aus einer liberalen, nicht-religiösen Familie. Er selbst sei mit 17 Jahren Moslem geworden. Er sagte, für jede Frage zum Sinn des Lebens habe ihm die islamische Religion eine Antwort gegeben. Er sei nach Afghanistan gereist, um dort "die Wurzeln des Islam" zu finden. Auf die Frage nach seiner Haltung zum Dschihad (Heiligen Krieg), antwortete er: "Der Dschihad gehört zum klassischen Islam dazu." Zu den Tatvorwürfen äußerte sich der Angeklagte auf Anraten seiner Verteidiger bisher nicht.

Für Selbstmordanschläge zuständig?

Der 37-Jährige soll laut Anklage im August 2012 nach Pakistan gereist sein und sich dort im Frühjahr 2013 an der Grenze zu Afghanistan den Taliban angeschlossen haben. Nach einer Ausbildungsphase sei Thomas K. in einer für Selbstmordanschläge zuständigen Einheit eingesetzt worden. Der Angeklagte habe sich dort unter anderem an der Herstellung und Fertigung von Sprengsätzen beteiligt. Außerdem habe er mögliche Anschlagsziele ausgekundschaftet. In einem Taliban-Video sei er beim Abfeuern einer Mörsergranate auf einen afghanischen Militärstützpunkt zu sehen. Auf Grund dieser Aufnahmen ist er wegen versuchten Mordes angeklagt.

In Afghanistan festgenommen

Ende Februar 2018 wurde Thomas K. von afghanischen Sicherheitsbehörden festgenommen. Knapp zwei Monate später wurde er an Deutschland ausgeliefert und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft. Weil er damals am Flughafen in Düsseldorf festgenommen wurde, ist das dort ansässige Oberlandesgericht für den Fall zuständig. Die Bundesanwaltschaft wirft ihm Terrorismus, versuchten Mord und die Nutzung von Kriegswaffen vor. Thomas K. ist Deutscher. Er wurde in Polen geboren und ist im Raum Worms in Rheinhessen aufgewachsen.

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