Täter vor Gericht (Foto: SWR)

Nach Gewalttaten in Nieder-Olm und Remagen Zehneinhalb Jahre Haft wegen schweren Raubes

Im nunmehr dritten Mainzer Prozess um brutale Raubüberfälle in Nieder-Olm und Remagen hat das Landgericht Mainz am Mittwoch das Urteil gefällt.

Die Mainzer Richter haben den 29-jährigen Angeklagten wegen zweier Überfälle in Remagen und Nieder-Olm zu zehneinhalb Jahren Haft verurteilt. In die Strafe eingeflossen ist ein Urteil des Landgerichts Bonn wegen ähnlicher Taten.

Der Angeklagte hatte zum Prozessauftakt am Montag ein Geständnis abgelegt. "Die Beweislage gegen ihn ist erdrückend, er räumt die Vorwürfe im Sinne der Anklage ein", erklärte der Anwalt. Der angeklagte 29-Jährige soll die Einbrüche im September 2015 mit drei Komplizen begangen haben. In Nieder-Olm erbeuteten sie 6.000 Euro, in Remagen gar 100.000 Euro.

Weitere Männer bereits verurteilt

Vor dem Landgericht Mainz war bereits ein 28 Jahre alter Mittäter zu vier Jahren Haft verurteilt worden, ein 47-jähriger mutmaßlicher Komplize zu achteinhalb Jahren.

Der nun angeklagte Mann war im vergangenen Sommer von Rumänien nach Deutschland ausgeliefert worden, weil ihm in Bonn wegen einer ähnlichen Tat aus dem Jahr 2016 der Prozess gemacht werden sollte. Dort wurde er im Herbst 2017 zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt.

Opfer berichtet von Martyrium

Ein Opfer, eine Frau aus Remagen, ist aus gesundheitlichen Gründen wie schon bei den vorangegangenen Prozessen als Zeugin fern geblieben. Die Einbrecher sollen sie gefesselt und geschlagen haben.

Das zweite Opfer, ein 75-Jähriger aus Nieder-Olm, hatte bereits zweimal vor Gericht ausgesagt und tat dies jetzt wieder, obwohl auch er unter den Folgen der Tat leidet. Er war damals mit zerrissenen Laken gefesselt worden. Mit den Worten "Leise oder tot" sollen ihn die Täter bedroht und ihm einen Schraubendreher an den Hals gehalten haben.

ein Mann steht in seinem Schlafzimmer (Foto: SWR)
Das Opfer aus Nieder-Olm in seinem Schlafzimmer, in dem er überfallen wurde

Im Verlauf der Verhandlung am Montag äußerte sich der Angeklagte auch zu den Vorwürfen. Dabei sagte er unter anderem, er habe niemanden mit einem Schraubendreher bedroht und nichts von Schlägen mitbekommen. Er gab an, lediglich 7.020 Euro von der Beute bekommen zu haben.

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